Freitag, 29. Juni 2007

DARF TOM CRUISE GRAF VON STAUFFENBERG SPIELEN?

Claus Schenk von Staufenberg | Copyright: Unbekannt

München/ Deutschland – Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ hat sich der Sohn des Hitler-Attentäters Graf von Stauffenberg mehr als kritisch über Pläne aus Hollywood geäußert, Tom Cruise solle im Film „Valkyrie“ (Wallküre), seinen Vater darstellen. Auch in Berlin sorgt der Film für Wirbel.

Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (72) hält grundsätzlich nicht viel von historischen Verfilmungen, da das Drama und der Kitsch immer vor den historischen Fakten komme. Auch sei es ihm „unsympathisch", dass ein bekennender Scientologe seinen Vater spiele solle. "Tom Cruise soll seine Finger von meinem Vater lassen", so Stauffenberg gegenüber der SZ.

Derweil erklärte Antje Blumenthal, Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) habe ihr zugesichert, dass vor dem Scientology-Hintergrund für die Filmproduktion, die am 19. Juli die Dreharbeiten in Babelsberg beginnen soll, keine Drehgenehmigung im Berliner Bendlerblock vergeben werde.

Derzeit liege jedoch noch überhaupt kein Antrag auf eine Drehgenehmigung in einer Liegenschaft der Bundeswehr insgesamt vor, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Also könne auch kein Antrag abgelehnt werden.
Im „Tagesspiegel“ erklärt Blumethal: „Es geht mir darum, dass wir eine einheitliche Front gegen Scientology bilden. (...) Die Organisation verbreitet Gedankengut in der Tradition des Nationalsozialismus und ich finde es gelinde gesagt merkwürdig, wenn jemand, der diese Organisation vertritt, ausgerechnet an einer Stätte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus drehen darf.“

Ähnlich sieht man das wohl auch beim Verteidigungsministerium: „Stauffenberg ist eine zentrale Persönlichkeit im Traditionsverständnis der Bundeswehr“, so ein Ministeriumssprecher, „daher geht es uns um eine seriöse und authentische Darstellung des Widerstandskämpfers.“

Quelle: antje-blumenthal.de / sueddeutsche.de / tagesspiegel.de
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