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Montag, 24. September 2007

19.09.2007: Verspätetes „Blutwunder des Januarius“

Gemälde des Heiligen Januarius, Bischof v. Neapel, gest. 305 | Copyright: Public Domain

Neapel/ Italien – Im Dom von Neapel werden seit dem Mittelalter die Blutreliquien des Heiligen Januarius aufbewahrt. Mindestens dreimal im Jahr, so will es der Kirchenglaube, verflüssigt sich das angeblich trocken geronnene Blut in den Ampullen. An diesem 19. September, dem Todestag des Märtyrers, hat sich das „Wunder“ erheblich verzögert. Gläubige sehen darin ein böses Omen.

Immer am Todestag des Heiligen, sowie zum Fest der Translation am 1. Mai und am 16. Dezember, dem Gedächtnistag der Warnung vor dem Vesuvausbruch im Jahr 1631, verflüssigt sich die braun-rote Masse in den Ampullen, nachdem diese gedreht und gewendet werden, vor den Augen der Gläubigen im so genannten „Januarius Blutwunder“.

Immer wieder ist es jedoch schon wie in diesem Jahr vorgekommen, dass sich die Masse erst später oder sogar gar nicht verflüssigt- für die Bürger Neapels gilt dies dann als böses Zeichen. Zwar wurde das Blutwunder von der katholischen Kirche nie als offizielles Wunder anerkannt – als kirchlicher Volksbrauch wird es jedoch geduldet. Ähnliche Phänomene werden den Blutreliquien des Heiligen Pantaleon in Madrid und des Heiligen Lorenz in Amaseno zugesprochen.

Bücher über religiöse Wunder und Reliquien:


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Bislang wurden die Blutbehälter noch nie biochemische untersucht um etwa festzustellen, ob es sich tatsächlich um Blut handelt. Der Kriminalbiologe Mark Benecke konnte 2004 das Wunder aus direkter Näher beobachten und glaubt, dass es sich wahrscheinlich um einen thxithropen Stoff handelt. Diese sind – etwa wie Ketchup – dafür bekannt, dass sie im Ruhestand fest erscheinen und sich erst durch Bewegung zu einer gallertartigen Masse verflüssigen. Mit einer Mischung aus Eierschalenkalk und Wasser könnte man, so Benecke, sehr einfach ein ähnlicher Effekt als Ergebnis einer FeCI3-Reaktionen reproduzieren. Solche Stoffe und ihre Wirkung seien auch bereits im Mittelalter, als die Reliquie 1389 zum ersten Mal bezeugt wurde, bekannt gewesen. Allerdings handelt es sich auch bei dieser Theorie – in Ermangelung weiterführender Untersuchungen des angeblichen Blutes – bislang um eine von vielen rationellen und übersinnlichen Erklärungsversuchen.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de

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