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Mittwoch, 10. Oktober 2007

Forscher reparieren erstmals Nervenschäden durch Multiple Sklerose

Nervenfasern und die sie umgebende Myelinschicht unter dem Mikroskop | Copyright/Quelle: bbc.co.uk / SPL

Rochester/ USA – Wissenschaftlern der "Mayo Clinic" in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota ist es erstmals gelungen Nervenschäden durch Multiple Sklerose zu reparieren und hoffen nun, eine wirksame Behandlungsmethode entwickeln zu können.

Wie die BBC berichtet, gelang es dem Team um Dr. Arthur Warrington und Dr. Moses Rodriquez anhand von Experimenten an Mäusen mit progressiver MS, mit genetische veränderten menschlichen Antikörpern die durch die MS beschädigte Myelinschicht der Nerven wiederherzustellen.

Der neue Antikörper dockt an Myelin und an die Oberfläche von Zellen im Gehirn und Rückenmark and und startethier den körpereigenen Reparaturprozess. Schon nach einer einzigen Gabe regenerierten sich defekte Myelinscheiden schon innerhalb weniger Wochen.

Die Wissenschaftler, die Ihre Ergebnisse auf dem Treffen der „American Neurological Association“ präsentiert haben, hoffen nun, anhand der Ergebnisse eine Behandlungsmethode für MS finden zu können, die zukünftige Behinderungen von MS-Patienten verhindern kann. Als nächstes sollen nach weiteren erfolgreichen Tierversuchen und dann auch Tests an menschlichen Patienten durchgeführt werden.

Auch international werden die Forschungsergebnisse der renommierten "Mayo Clinik" mit positiver Hoffnung auf eine zukünftige erfolgreiche Behandlungsmethode bewertet.

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Hintergrund: Multiple Sklerose – was ist MS?
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Sie wird von den Ärzten oft auch Enzephalomyelitis disseminata (ED) genannt. Übersetzt heißt dies: eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung. Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden; diese werden von verschiedenen Nervenfasern geleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind. Diese Schutzschicht besteht aus einem Stoff, der Myelin genannt wird. Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzschicht, können die Botschaften nicht so wirkungsvoll übertragen werden: der MS-Erkrankte kann dann zum Beispiel Kribbelmißempfindungen verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen. Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Ein Schub hat nichts mit einem plötzlichen Anfall zu tun - meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten oder das entzündete Nervengewebe vernarbt (sklerosiert).
(Quelle: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft - dmsg.de)

Quellen: bbc.co.uk / dmsg.de / grenzwissenscahft-aktuell.de
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