Mittwoch, 21. November 2007

Was passiert, wenn E.T. antwortet? Das offizielle SETI-Protokoll

Die „Allan Telescope Array“ sucht von Kalifornien aus nach außerirdischen Signalen | Copyright: seti.org

Berkley/ USA – Zwar konnten sich die japanischen SETI-Forscher auf einer eigens anberaumten Konferenz nicht auf eine gemeinsame Prozedur für jenes Fall einigen, dass die Astronomen ein eindeutig Intelligentes Signal aus dem Kosmos empfangen (wir berichteten). Die amerikanische Mutter-Organisation an der Universität von Berkley hat hierzu schon seit langem ein eindeutiges Protokoll.

In der „Declaration of Principles Concerning Activities Following the Detection of Extraterrestrial Intelligence (Deklaration der Prinzipien betreffend der Aktivitäten zur Entdeckung außerirdischer Intelligenz)“ von 1989 bittet das Institut für die Suche nach außerirdischer Intelligenz seine Mitglieder „höflichst“ darum, sich in besagtem Falle an die folgende Vorgehensweise zu halten:

Als Institutionen, die sich an der Suche nach außerirdischer Intelligenz beteiligen erkennen an, dass die Suche nach außerirdischer Intelligenz Teil der Erforschung des Weltalls ist und somit in friedvoller Absicht und im Interesse der ganzen Menschheit unternommen wird.

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(...) Unter Berufung auf den „Vertrag zur Regelung der Aktivitäten von Staaten in der Erforschung und Nutzung des Weltalls, einschliesslich des Mondes und anderen Himmelskörpern (Treaty on Principles Governing the Activities of States in the Exploration and Use of Outer Space, Including the Moon and Other Celestial Bodies (TPGASEUOS)“) sollen sowohl der Generalsekretär der Vereinten Nationen und dann die Öffentlichkeit und die internationale Wissenschaftsgemeinde so umfassend wie möglich über die Natur, das Verhalten, die Position und die Ergebnisse dieser „Weltraumforschung“ informiert werden.

Vor dem Hintergrund, dass jegliche Entdeckung zuerst noch unvollständig, unklar und zweideutig sein kann, soll sie so gründlich wie möglich und nach den höchsten wissenschaftlichen Standards überprüft werden.

Wir einigen uns darauf, die folgenden Prinzipien für die Verbreitung der Informationen über die Auffindung außerirdischer Intelligenz einzuhalten (Die folgenden Punkte wurden teilweise redaktionell gekürzt und zusammengefasst):

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1. Jede individuelle, öffentliche oder private Forschungseinrichtung, oder Regierungseinrichtung und –behörde, die glaubt ein Signal oder andere Beweise für außerirdische Intelligenz entdeckt zu haben, soll sich versichern, dass die plausibelste Erklärung für diesen Beweis auch tatsächlich eine außerirdische Intelligenz und nicht ein anderes Natur- oder von Menschen verursachtes Phänomen ist, bevor man öffentlich erklärt Beweise für die Entdeckung außerirdischer Intelligenz gefunden zu haben.

2. Vor der ersten öffentlichen Bekanntmachung sollte der/die Entdecker andere Beobachter oder wissenschaftliche Organisationen die an dieser Entdeckung beteiligt sind, über diesen Schritt informieren, damit auch diese die Möglichkeit haben, die Beweise zuvor nochmals eingehend zu überprüfen, diese eventuell durch die Beobachtungen unabhängiger Stellen bestätigen zu lassen. Zudem sollte ein Netzwerk von Beobachtern etabliert werden, um das Signal oder Phänomen auch weiterhin zu beobachten und zu überprüfen. Die Unterzeichner dieser Deklaration sollten, nie eine Bekanntmachung veröffentlichen, bevor die Glaubwürdigkeit der Information nicht eingehend überprüft und bestätigt wurde. Der Entdecker sollte ebenfalls die jeweils zuständigen nationalen Behörden informieren.

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3. Nachdem die Glaubwürdigkeit und Richtigkeit der Entdeckung außerirdischer Intelligenz eingehend überprüft und bestätigt wurde, sollten auf der Grundlage des „TPGASEUOS“ andere Astronomen, der Generalsekretär der Vereinten Nationen und die Weltöffentlichkeit mittels eines Telegramms der Astronomischen Union informiert werden. Zudem sollten folgende internationale Institutionen informiert und mit allen notwendigen Hintergrundinformationen versorgt werden: die „International Telecommunication Union (ITU)“, das „Committee on Space Research (COSPAR)“ am „International Council of Scientific Unions“, die „International Astronautical Federation“, die „International Academy of Astronautics“, das „International Institute of Space Law“, die „Commission 51“ der „International Astronomical Union“ und die „Commission J“ der „International Radio Science Union“.

4. Liegt eine Bestätigung für die Entdeckung außerirdischer Intelligenz vor, sollte diese umgehend und öffentlich über die bekannten wissenschaftlichen und öffentlichen Medien jedoch unter Berücksichtigung auf das Protokoll dieser Erklärung verbreitet werden. Hierbei sollte dem Entdecker bzw. den Entdecker die Ehre der offiziellen Erstbekanntmachung gebühren.

5. Alle für eine Bestätigung durch unabhängige Stellen notwendigen Daten sollen der wissenschaftlichen Gemeinschaft über Veröffentlichungen, Treffen, Konferenzen und andere Medien zugänglich gemacht werden.

6. Sobald bestätigt, sollte die Entdeckung weiterführend beobachtet und so detailliert wie möglich dokumentiert werden. Die Aufzeichnungen sollten auch allen obig genannten internationalen Einrichtungen und der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.

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7. Sollte der Beweis in Form elektromagnetischer Signale entdeckt werden, sollten die jeweiligen Frequenzen durch ein internationales Abkommen durch die „International Telecommunication Union ITU)“ geschützt werden.

8. Bevor keine internationalen Abmachungen über die Art und Weise einer möglichen Antwort stattgefunden habe, sollte auf das Signal nicht geantwortet werden. Das Protokoll dieser Abmachungen sollte in einer weiteren Deklaration oder Vereinbarung geregelt werden.

9. In Zusammenarbeit mit der „Commission 51“ der „IAU“ wird das SETI-Komitee der „International Academy of Astronautics“ das vorliegende Protokoll immer wieder begutachten und wenn notwendig aktualisieren. Sollte der beweis für die entdeckung außerirdischer Intelligenz erbracht werden, sollte ein internationales Komitee aus Wissenschaftlern und weiteren Experten erstellt werden, dass die weitere Vorgehensweise und Untersuchungen, sowie die Information der Öffentlichkeit koordiniert. Dieses Komitee sollte aus Vertretern der obig genannten Institutionen und anderer vom Komitee als notwendig erachteten Vertreter bestehen. Zu diesem Zwecke sollte SETI in Zukunft eine ständig aktualisierte Liste möglicher Vertreter für dieses Komitee erarbeiten.

HIER finden Sie die „Declaration of Principles Concerning Activities
Following the Detection of Extraterrestrial Intelligence“ im originalen Wortlaut.

Quelle: setileague.org / grenzwissenschaft-aktuell.de


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
Interview mit Seth Shostak: Macht SETI-Suche nach außerirdischer Intelligenz Sinn?
, 12. November 2007
First Contact: Japanische SETI-Astronomen finden keine Einigung auf Prozedur, 10. November 2007

Alle weiteren Meldungen zum Thema "SETI" finden Sie HIER
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