Montag, 21. Januar 2008

Mobiltelefone stören den Schlaf

Uppsala/ Schweden - Eine neue Studie belegt, dass die Strahlung von Mobiltelefonen den Schlaf negativ beeinträchtigt, Kopfschmerzen und Verwirrung hervorrufen kann. Das brisante an der Studie: In Auftrag gegeben wurde sie von der Handy-Industrie selbst.

Wie der britische Independent berichtet, führt der Gebrauch von Mobilfunkgeräten unmittelbar vor dem Schlafengehen zu einem nachweislich gestörten Schlafverhalten und verzögert das erreichen der Tiefschlafphasen, die für die körpereigene Regeneration zuständig ist. Besonders stark soll sich dies auf Kinder und Jugendliche auswirken - gerade sie, davon geht die Studie aus, verwenden die Geräte häufig vor dem zu Bett gehen. Hier wirke sich die Schlafstörung infolge auch negativ auf die schulischen Leistungen aus.

Die Studie wurde durch Wissenschaftler des Blue-Chip Karolinska Institute, der Universität von Uppsala und der Wayne State University in Michigan, USA durchgeführt, jetzt am "Massachusetts Institute of Technology's Progress in Electromagnetics Research Symposium" dargelegt und vom "Mobile Manufacturers Forum" beauftragt und finanziert. Verglichen wurden 35 Männer und 36 Frauen zwischen 18 und 45, von denen nur einige der Handystrahlung beim Gesprächsempfang ausgesetzt wurden.

Die "Strahlungsempfänger" brauchten zum Einschlafen deutlich läger und erreichen der Tiefschlafphasen merklich später, als die gegenteiligen Probanden: "Die Studie legt nahe, dass Strahlung von 884 MHz kabelloser Signale das Tiefschlafverhalten deutlich beeinträchtigen."

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Laut Independet versucht das durch dieses Ergebnis blamierte "Mobile Manufacturers Forum" die Ergebnisse klein zu reden und bezeichnet diese jetzt als "nicht schlüssig". Gegen diese Auslegung und Vorwürfe der Mobilfunk-Industrie verwehren sich die beteiligten Forscher jedoch vehement. "Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Effekte der Mobilfunkgeräte messbare Auswirkungen auf das menschliche Gehirn haben", so der die Studie leitenden Professor Bengt Arnetz. Er glaubt, dass die Strahlung der Geräte das Stress-System des Hirns anregen könnte. Dadurch blieben die Menschen länger wach und ihre Fähigkeit sich zu entspannen und einzuschlafen werde reduziert.

Die aktuellen Ergebnisse stellen nun auch vorige Studien in Frage, auf die sich gerade die Mobiltelefon-Lobby immer wieder berufen hatte, wenn es darum ging, die Risiken durch die Handy-Technologie zu leugnen oder herunterzuspielen.

Quelle: news.independent.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de

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, 9. Oktober 2007
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