Donnerstag, 3. Januar 2008

UPDATE: Ist die maximale Lebensdauer vorprogrammiert? – Bestätigten Mainzer Forscher das biblische Alter?

Jeanne Calment erreichte mit 122 Jahren ein buchstäblich „biblisches Alter“ | Copyright: GNU FDL

Mainz/ Deutschland – Kürzlich berichteten wir über Mainzer Forscher, die aufgrund der Menge einer bestimmten Art von Aminosäuren in den Mitochondrien die maximale Lebensdauer für Menschen mit rund 120 errechneten – eine erstaunliche Übereinstimmung mit Angaben aus dem Alten Testament.

Je seltener die Mainzer Forscher in mitochondrialen Genom die Sequenz für die Aminosäure Cystein vorfanden, desto höher lag die Lebensspanne der untersuchten Art. Die Cystein-Sequenz besitzt dabei eine Schwefelgruppe, die besonders anfällig für die Sauerstoffradikale ist – deswegen leben Tiere mit geringerem Cystein-Anteil deutlich länger.

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Zu dieser rein wissenschaftlich erlangten maximalen Altersangabe findet sich in der Bibel, genauer gesagt im Alten Testament, eine erstaunlich exakte Übereinstimmung. In Buch Mose, Genesis Kap 6, Vers 3 wird die biblische Altersverfügung für die Zeit nach der Sintflut wie folgt genannt:

„Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.“

Auch jenseits der Grabenkämpfe zwischen der wissenschaftlich-darwinistischen Evolutionstheorie und dem Bibelglauben von Kreationisten ist dieser exakte Übereinstimmung durchaus interessant.

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Hintergrund: Das biblische Alter des Methusalem
Trotz des obigen Zitates, werden auch in der Bibel Personen benannt, die angeblich weitaus Älter als 120 Jahre geworden sind. Seit langem streiten sich Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftler darüber, wie diese Angaben zu verstehen sind. Das Online-Lexikon Wikipedia erläutert zum berühmtesten Vertreter dem biblischen Methusalem folgendes:

Methusalem (auch Metuschelach, hebräisch „Speerwerfer“) ist im Alten Testament (Genesis 5, 21–27) ein Urvater vor der Sintflut, Sohn des Henoch und Großvater von Noach (Noah).

Im Alter von 187 Jahren zeugte er Lamech, danach lebte er noch 782 Jahre („… und zeugte Söhne und Töchter“). Methusalem wurde also gemäß dem Bibelbericht 969 Jahre alt und ist damit der älteste in der Heiligen Schrift erwähnte Mensch überhaupt. Die hier genannten Zahlen finden sich in der hebräischen Bibel. In der griechischen Septuaginta und daraus abgeleiteten christlichen Bibeln sowie nach der samaritanischen Thora weichen die Altersangaben ab.

Wenn man das Alter Methusalems und seines Nachkommens Lamech nach hebräischem Text wörtlich nimmt und mit den Lebensdaten Noachs und der Sintflut vergleicht, ist Methusalem kurz vor oder bei der Sintflut ums Leben gekommen (782 Jahre nach Lamechs Geburt entspricht 600 Jahre nach Noahs Geburt und dem Jahr der Sintflut). Nach der Septuaginta hat er die Sintflut um einige Jahre überlebt. Wo er sich während der Sintflut befand, wird im Bibeltext nicht erwähnt.

Diskussion um das Alter von Methusalem
Die unrealistisch hohen Altersangaben für Methusalem und andere Personen aus dem Alten Testament sowie anderen alten Schriften beschäftigen Menschen schon lange. Daher gibt es eine Reihe von Versuchen dies zu erklären. Genannt werden zum Beispiel Schreibfehler, oder dass das zugrundeliegende Zahlensystem im Laufe der Zeit geändert wurde oder in der Kalenderrechnung ein Übergang von Mondperioden zu Sonnenperioden stattfand, ohne dass Zahlenangaben in Aufzeichnungen entsprechend geändert wurden.

Für Methusalems Alter ist anzunehmen, dass ursprünglich Monate eines Mondkalenders angegeben wurden. Sein wirkliches Lebensalter würde sich dann bei einem Umrechnungsfaktor von etwa 0,08 für Sonnenjahre zu etwa 78 Jahren ergeben, was noch eine wahrscheinliche Angabe ist und für die damalige Zeit wirklich ein sehr hohes Alter bedeutete. Gegen die Zählung in Mondzyklen sprechen jedoch die Angaben für das Zeugungsalter der Patriarchen. Henoch und Malahel wurden nach Genesis 5,21 beide im Alter von 65 Vater. Bei einem Umrechnungsfaktor von 0,08 ergäbe das eine Zeugungsfähigkeit im Alter von 4,5 Jahren.

Von Religionswissenschaftlern und Theologen wird überwiegend angenommen, dass Zahlen in der Zeit der Entstehung des Alten Testaments nicht die heutige eindeutige Bedeutung hatten. Gemeint sei vielmehr, dass man Achtung vor diesen Personen haben solle. Somit sind nicht die Zahlen wörtlich zu nehmen, sondern ihre Bedeutung. Auffällige Parallelen finden sich in der Sumerischen Königsliste. Auch dort werden den Herrschern vor der Sintflut absurd lange Lebenszeiten von bis zu über 30.000 Jahren zugesprochen. Nach der Sintflut nähern sich die Lebensalter dort wie in der Bibel realistischen Werten an. Verschiedentlich wurden die hohen Altersangaben als Verweis auf eine mythische, „vorsintflutliche“ und damit zeitlich wie mental weit zurückliegende Epoche interpretiert.

Bibeltreue Christen, wie Evangelikale, verschiedene Freikirchen sowie die Zeugen Jehovas nehmen die hohen Altersangaben der Bibel allerdings wörtlich. Gott habe die Menschen ursprünglich vollkommen für ein ewiges Leben erschaffen, ohne Alters- und Erbkrankheiten, was nicht nur die hohen Lebensalter in der Zeit bis zur Sintflut erkläre, sondern auch, dass enge Blutsverwandte einander problemlos heiraten konnten. So habe Kain eine seiner Schwestern zur Frau genommen.

Noch heute verwendet man für eine sehr alte, hochbetagte Person, einen Greis, die Bezeichnung „Methusalem“.

Biblische Altersbestimmung nach Methusalem
In Genesis Kap 6, Vers 3 ergeht eine biblische Altersverfügung für die Zeit nach der Sintflut:

„Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen“ (Einheitsübersetzung)

Die genaue Formulierung der Lebenszeitbegrenzung ist hebräisch eindeutig und unverkennbar in der (hebräisch normalen) Form „einhundert“ — „und zwanzig“ — „Jahre“ in drei Worten ausgedrückt.

De facto wurden aber bereits mindestens zwei Menschen – Jeanne Calment und Shigechiyo Izumi – älter als 120 Jahre.

Bei Shigechiyo Izumi wird das Alter aber angezweifelt, weil die von ihm vorgelegte Geburtsurkunde wohl seinem gleichnamigen, früh verstorbenen Bruder zugeordnet werden muss.

Unabhängig davon ist wohl aber nicht davon auszugehen, dass die Altersverfügung nach Kap 6 Vers 3 dogmatischen Charakter hat, da laut Gen.11 bereits die ersten Patriarchen nach der Sintflut deutlich über 120 Jahre alt geworden sein sollen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wikipedia.de


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Ist die maximale Lebensdauer vorprogrammiert?
, 28. Dezember 2007
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