Die Staatlich Technische Universität des Uralgebiets | Copyright: LordTroy/GNU FDLJekaterinburg/ Russland - Im Februar 1959 verschwand eine neunköpfige Skigruppe im Gebiet des Kholat-Syakhl Berges im Ural auf mysteriöse Weise. Als ein Suchtrupp im Zeltlager eintraf, zeigte sich bizarres Szenario aus Ungereimtheiten und mysteriösen Begleitumständen. Eine Konferenz in Jekaterinburg suchte kürzlich nach Antworten.
Wie die St. Petersburg Times ausführlich berichtet, erreichte ein erster Suchtrupp das Menschenleere Camp am 26. Februar. Das bereits stark eingeschneite Großzelt war von innen aufgeschnitten worden. Im Innern fanden sich nahezu sämtliche Ausrüstungsgegenstände inklusive der meisten Schuhe der Teilnehmer. Vom Zelt weg führten Fußspuren von acht oder neun Personen. Auch diese Spuren deuteten darauf hin, dass die Menschen das Lager zum Teil in Socken, barfuss und eine Person mit nur einem Schuh verlassen hatten. Anzeichen für Gewalt oder eine Kampf gab es anhand der Spuren jedoch nicht.
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Nach rund 500 Metern verloren sich die Spuren dann im nahe gelegenen Wald. Später wurden in diesem Wald die ersten beiden Leichen entdeckt - beide tatsächlich barfuß und lediglich in Unterwäsche - und das bei annähernd minus 30°C. Ganz in der Nähe fanden die Sucher die Reste eines Lagerfeuers und an den Bäumen und auf dem Boden relativ frisch abgebrochene Äste bis auf eine Höhe von 5 Metern. Aus letzterem Umstand schlossen die Untersucher, dass die beiden versucht hatten, sich vom Baum aus - über was auch imemr - eine Übersicht zu verschaffen. Die nächsten drei Leichen wurden dann auf halber Strecke zum Camp entdeckt. Ihre Körperhaltung ließ darauf schließen, dass sie vergeblich versucht hatten, wieder ins Zeltlager zu kommen. Eien Autopsie der Leichen ergab, dass sie alle an Unterkühlung gestorben waren.
Erst zwei Monate später wurden die restlichen Leichen unter mittlerweile meterhohem Schnee in wiederum 75 Metern Entfernung entdeckt. Eine Untersuchuchung dieser, allerdings besser gekleideten Leichen ergab, dass sie unter höchst brutalen Umständen ums Leben gekommen waren. Der Schädel eines Teilnehmers war zertrümmert, während zwei weitere Skifahrer gebrochene Rippen und die vierte Person keine Zunge mehr hatte. Allerdings konnten an keinem der Körper äußerliche Wunden festgestellt werden.
Umso mysteriöser wurde der Fall, als die Kriminologen an den Leichen erhöhte Strahlungswerte feststellten. Trotzdem wurde das Ereignis offiziell als "Unfall" abgeschlossen, zu den Akten gelegt, in ein geheimes Staatsarchiv überstellt und die Gegend für Skifahrer und Touristen für mehrer Jahre gesperrt.
Eine der ersten Theorien ging davon aus, dass die Gruppe von Mitgliedern der einheimischen Mansi getötet wurden, weil sie deren Stammesterritorium verletzt haben sollen. Für diese Erklärung konnten jedoch selbst die ursprünglichen Untersucher keine Hinweise vor Ort finden. Ein untersuchender Arzt schloss zudem andere Menschen als Verursacher der Verletzungen aus. "Diese glichen sehr viel eher den Prellungen und Brüchen in folge eines Autounfalls", erinnert sich Dr. Boris Vozrozhdenny.
In einem Interview von 1990 erinnerte sich einer der Hauptuntersucher des Falls, der mittlerweile verstorbene Lev Ivanov, dass sich die Behörden damals auch Sorgen über Augenzeugenberichte über merkwürdige multiple Lichtkugeln in der Gegend des Zeltlagers machten, da diese angeblich selbst vom lokalen Wetterdienst und Militärangehörigen beobachtet worden sein sollen. Selbst in der fraglichen Todesnacht, wurden 50 Kilometer entfernt, entsprechende Phänomene beobachtet, "Ich war mir sicher, dass diese Lichter etwas mit den mysteriösen Todesfällen zu tun hatten." Ivanovs Theorie geht davon aus, dass einer der Skifahrer wohlmöglich selbst Zeuge der Lichter wurde, die anderen geweckt habe und - wie auch immer - durch das Phänomen, möglicherweise in Folge einer Explosion der Lichter - zu Tode kamen.
In den jetzt veröffentlichten Akten, gibt es jedoch keine Hinweise auf Spuren einer entsprechenden Explosion und es gibt auch keine Hinweise auf einst geheime Raketentests. 31 der damaligen Mitglieder des Suchtrupps kamen kürzlich auf einer eigens zum Fall eingesetzten Konferenz an der Staatlich Technischen Universität des Uralgebiets in Jekaterinburg zu dem Schluss, dass die Gruppe unbeabsichtigt Opfer geheimer Militärtests geworden sind. Allerdings würden immer noch Dokumente zum Fall unter Verschluss gehalten werden. Diese versuchen de Untersucher jetzt in den Archiven des russischen Verteidigungsministeriums, der Raumfahrtagentur und den Geheimdiensten. Ob jemals geklärt werden könne, was damals wirklich geschah, bezweifeln jedoch auch die Experten.
Quellen: sptimes.ru



