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Donnerstag, 7. Februar 2008

Beatles-Guru Maharishi Mahnesh Yogi gestorben

Maharishi Mahnesh Yogi, 1917-2008 (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Vlodrop/ Niederlande - Der weltweit berühmte Begründer der Transzendentalen Meditation (TM) Maharishi Mahnesh Yogi ist im Alter von 91 Jahren in den Niederlanden verstorben. Neben TM wurde er besonders als Guru der Beatles, zahlreicher Pop- und Filmgrößen, für seine Interpretation altindischer Texte und das kontrovers diskutierte "Yogische Fliegen" bekannt.

Laut einem Sprecher der TM-Bewegung sei Maharashi am 5. Februar friedlich an Altersschwäche verstorben. Weltweit galt er als spiritueller Führer von mehr als fünf Millionen TM-Anhängern und seine Organisation zugleich, wie es seine Kritiker bezeichnen, "grösster Anbieter von Kursen, Unterweisung, Behandlung, Therapie, Anwendungen, Büchern, Medikamenten, Lebensmittel (s. Maharishi Ayurveda), Devotionalien und sonstigen Waren auf dem Psychomarkt".

Mit der Transzendentalen Meditation trat der Yogi erstmals Mitte der 1950er Jahre an die Öffentlichkeit und sammelte im Frühjahr 1968 Pop- und Filmgrößen wie die Beatles, The Beach Boys, Donovan, Clint Eastwood und Mia Farrow zu Meditationskursen in Indien. Seit dem Jahr 2000 setzt sich auch Filmregisseur David Lynch für Maharishis Anliegen ein.

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Immer wieder warfen Kritiker Maharashi Schwindel und Betrug vor. Besonders das sogenannte "Yogische Fliegen" wurde als Scharlatanerie bezeichnet, da es sich um Hüpfen und nicht um wirkliche Levitation handele. Hierbei soll es den Meditierenden durch das innere Widerholen von Sutras-Texten angeblich gelingen, im Lotussitz frei zu schweben. Bei Anwendung des entsprechenden „Flug-Sutras“ könne es zu Levitationserfahrungen kommen, die zu sprunghaften Fortbewegungen des gesamten Körpers über kurze Distanzen (zwischen einigen Zentimetern und über einen Meter) führen. Beim erreichen einer weiteren Stufe könne es ohne jeden Muskeleinsatz zu einem Gleiten über den Boden kommen, während die dritte Stufe durch eine willentliche freie Bewegung des Körpers durch den Raum gekennzeichnet sei. Dokumentiert wurde bislang allerdings lediglich die erste hüpfartige Stufe des Yogischen Fliegens.

Ursprünglich von der Bundesregierung als "Sekte" eingestuft, wurde diese Bezeichnung 1998 nach einer eingehenden Untersuchung einer Enquête-Kommission aufgehoben, da die TM-Bewegung "insgesamt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefahr darstelle“. Dennoch werfen gerade Sektenbeauftragte der Bewegung und ihrem Guru und seiner Organisation immer wieder vor, antidemokratisch, politisch totalitär strukturiert zu sein und - wie es der Beauftrage für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche Württemberg Hansjörg Hemminger formulierte - "Hindu-fundamentalistische" Ideologie zu verbreiten. Die TM-Bewegung bestreitet immer wieder diese Vorwürfe, steht jedoch zu bestimmten Aktionen und Forderungen, in welchen die Ziele der Bewegung auch mit kontroversen Mitteln umgesetzt werden sollen. So kam es unter anderem bereits Massenklagen durch TM-Anhänger gegen die deutsche Bundesregierung, in der die Gleichstellung und Anerkennung von TM gegenüber der Schulmedizin gefordert wurde. Auch rief die Organisation als Protest gegen den Kosovo-Krieg zur Steuerverweigerung auf. Ziel der Bewegung sei es, die Gesellschaft nach TM-Prinzipien umzubauen, was zu einer Verringerung von Leiden und zu mehr Glück für alle Menschen führen solle.

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