Freitag, 18. April 2008

Mysteriöses Erdsummen verändert sich

Die Erde | Copyright: NASA

Stuttgart/ Deutschland - Gänzlich unhörbar für das menschliche Ohr, gibt unser Planet ein fortwährendes Summen von sich, dessen Ursache trotz zahlreicher Theorien immer noch unbekannt ist. Jetzt haben deutsche Forscher festgestellt, dass sich die Melodie dieser Geo-Symphonie verändert hat.

Zum ersten Mal gelang es vor rund zehn Jahren das Phänomen, das von den Forschern als "Earth's Hum" (Das Summen der Erde) bezeichnet wird, mit Seismometern aufzuzeichnen. 1997 gelang es den Geophysikern Naoki Suda und Kazunari Nawa von Nagoya-Universität die als "Earth's Hum" (Das Summen der Erde) bezeichneten "freien Hintergrundschwingungen der Erde" aus seismologischen Aufzeichnungen zu extrahieren. Dabei zeigte sich, dass das Summen aus rund 50 Tönen zwischen 2 und 7 Millihertz bestehen.

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Verschiedene Theorien vermuten, dass es entweder vom den Ozeanwellen verursacht wird oder in der Atmosphäre entsteht. Andere glauben, dass es sich um natürliche Vibrationen der Erde handelt, wie sie auch auf der Sonne beobachtet werden können. Besonders in erdbebenarmen Gebieten kann das mysteriöse Summen aufgezeichnet werden.

Das "Black Forest Observatory" (BFO) bei Schiltach hat zusammen mit Daten von japanischen und chinesischen Stationen jetzt festgestellt, dass sich die Melodie des Erdsummens verändert hat: Während das Schwingungen in der Vergangenheit sphäriodisch (kugelförmig) aufgebaut waren, sind sie jetzt eher verdreht ringförmig (toroidal).

Aufgrund dieser Entdeckung, so Rudolf Widmer-Schnidrig und Dieter Kurrle vom BFO, müssen nun die bisherigen Erklärungstheorien neu überdacht werden. Während die sphäriodischen von geologischen Druckkräften verursacht werden könnten, könnten die ringförmigen Schwingungen von Kräften erzeugt werden, die von der Erdoberfläche, aus den Ozeanen, der Atmosphäre oder sogar von der Sonne ausgehen.

"Wahrscheinlich", so zitiert LiveScience.com Rudolf Widmer-Schnidrig, "liegt der Grund in multiplen Interaktionen verschiedener komplexer Systeme". Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" veröffentlicht.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / gpi.physik.uni-karlsruhe.de / klops.geophys.uni-stuttgart.de / livescience.com
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