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Montag, 21. April 2008

'New York Times' enthüllt Bushs Desinformations-System

Präsident George W. Bush und sein ehem. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld | Copyright: White House/Public Domain

Washington/ USA - In einem Enthüllungsbericht hat der "New York Times"-Journalist David Barstow ein gigantisches PR-System entlarvt, mit der die Bush-Regierung über TV. Radio und Zeitungen gezielt öffentliche Propaganda und Desinformation betrieb.

Laut den Bericht der "New York Times" zählen zu dem Netzwerk des US-Verteidigungsministeriums zahlreiche Militärexperten u. a. der großen US-amerikanischen Sender CNN, NBC, Fox und ABC, die hier gezielte Propaganda für die Sichtweisen zu Kriegseinsätzen, -Szenarien und -Plänen der Bush-Regierung verbreiteten.

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Grundlage des Berichts der Times bilden 800 Seiten Dokumente mit E-Mails, Akten und Transkripten, zu welchen sich die Zeitung Einsichtnahme eingeklagt hatte. Die vom Pentagon angewandte Methode basiert dabei auf einem System gezielter Vermischung zwischen Pro-Regierungsarbeit und vermeintlich unabhängigen Journalisten, das spätestens nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und mit den Vorbereitungen des US-Verteidigungsministeriums für die Invasion des Iraks im Jahr 2002 seinen Anfang genommen hatte.

Bis zu 75 vermeintliche Journalisten und angeblich unabhängige Militärexperten sorgten unter dem damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld dann dafür, dass in Nachrichtensendungen die Regierungsmeinung beispielsweise über die Rechfertigung eines Angriffs auf den Irak, Guantanamo, und den Krieg gegen den Terror weitläufig unters Volk gebracht wurde,

Doch die Infiltration der meinungsbildenden Medien ging über die gefilterte Berichterstattung hinaus. So meldeten die Pentagon-Insider auch rückläufig Informationen darüber, welche Zeitungen und Sender welche Themen planten und gaben Tipps, wie kritische Beiträge ausgehebelt werden konnten. Eine eigens beauftragte Firma hatte zudem die Aufgabe, eine detaillierte Medienanalyse aller Auftritte der journalistischen Marionetten auszuwerten.

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Da die Regierungsjournalisten meist auch die exklusivsten Informationen aus dem Verteidigungsministerium und dem Weißen Haus liefern konnten, war ihnen auch entsprechend viel Aufmerksamkeit und Sendezeit sicher. Auftritte, für die sie nicht von der US-Regierung, sondern - meist ohne offenkundiges Wissen der verantwortlichen Redakteure - von den TV-Stationen und Zeitungsredaktionen selbst mit bis zu 1000 Dollar pro Auftritt bezahlt wurden.

Doch auch das Pentagon kommt in dem Beiträgen der "New York Times" zu Wort. Sprecher Bryan Whitman verteidigt das System tatsächlich als "aufrichtigen Versuch das amerikanische Volk zu informieren."

HIER finden Sie den ausführlichen, 11-seitigen Originalbericht Behind Analysts, the Pentagon’s Hidden Hand"

Quellen: nytimes.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
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