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Mittwoch, 21. Mai 2008

DNA des Tasmanischen Tigers in Maus wiedererweckt

Zwei Tasmanische Tiger im Zoo in Washington, 1902 | Public Domain

Melbourne/ Australien - Australische Wissenschaftler haben genetisches Material, dass sie von rund 100-jährigen Proben Tasmanischer Tiger gewonnen hatten, in einen Mäuseembryo übertragen. Die Studie der Forscher an der University of Melbourne konnten somit zum ersten Mal zeigen, wie sich das Erbgut einer ausgestorbenen Spezies in einem lebenden Organismus auswirkt.

Im Fachmagazin der Public Library of Science (PLoS) haben die Zoologen um Dr. Andrew Pask ihre Studie jetzt ausführlich beschrieben. Bislang konnten lediglich Gensequenzen ausgestorbener Tiere untersucht werden. Die gewonnen DNA-Abschnitte, die für die Knorpel- und Knochenbildung verantwortlich sind, verbanden die Wissenschaftler mit einem blau leuchtenden Farbstoff, der dann im entwickelten Mäuseembryo anzeigte, wo und wie die Gene des einstigen Beuteltieres aktiv wurden.

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Zugleich dämpft Pask jedoch die Hoffnungen, dass mit den Proben Tasmanische Tiger geklont und somit erneut zum Leben erweckt werden könnten. Hierzu seien die Proben, die aus in Alkohol konservierten Tieren extrahiert wurden, wahrscheinlich zu schlecht erhalten.

Der auch als Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) bekannte Tasmanische Tiger wurde in Australien noch bis in die frühen 1900er Jahre exzessiv bejagt und dadurch in freier Wildbahn wahrscheinlich ausgerottet. Das letzte bekannte Exemplar verstarb 1936 im Beaumarais Zoo von Hobart. Der Grund für die Ausrottung war die von den weißen Farmern kolportierte Behauptung, dass die Beutelwölfe gefräßige Schafsräuber seien. In Wirklichkeit gingen die meisten gerissenen Schafe jedoch auf das Konto von verwilderten Hunden. Dennoch setzte in den 1830er Jahren die australische Regierung eine Belohnung von 25 Cent für jeden getöteten Tasmanischen Tiger aus. Zudem setzte wahrscheinlich eine Krankheit der stark dezimierten Population der Tiere zu, welche sich in plötzlich zurückgehenden Abschussraten um 1906 abzeichnete. Trotz zahlreicher Bemühungen internationaler Zoos gelang es nicht, die Art in Gefangenschaft zu züchten und so vor der Ausrottung zu bewahren.

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Obwohl die Tiere unter Wissenschaftlern als ausgestorben gelten, gibt es immer wieder Augenzeugenberichte, die angeblich lebende Exemplare gesehen haben wollen. Auch Fotos und Video sollen die scheuen Tiere zeigen. Kotproben die angeblich von freilebenden Tieren stammen und noch in den 1950er und 60er Jahren gesammelt wurden sollen demnächst analysiert werden. Seit März 2005 besteht eine Auslobung von rund 750.000 Euro für den Beweis eines lebendigen und unverletzten Tieres durch die australische Zeitschrift The Bulletin.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uninews.unimelb.edu.au
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