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Dienstag, 6. Mai 2008

SETI vs. METI - Welche Radioastronomie locken feindliche Außerirdische an?

Archiv: Die Deep Space Network Anlage im australischen Canberra | Copyright: NASA

Moskau/ Russland - Während SETI nach intelligenten außerirdischen Signalen sucht, geht METI den umgekehrten weg und sendet spezielle Radiosignalbotschaften ins All, um auf uns Erdlinge aufmerksam zu machen. Schon steht METI in der Kritik durch SETI, wo man befürchtet, dass derartige Signale auch feindlich gesinnte Aliens zur Erde locken könnten.

In seinem Artikel "Detection Probability of Terrestrial Radio Signals by a Hostile Super-civilization" erläutert der METI-Forscher Alexander Zaitsev vom "Institut für Radiotechnik und –elektronik" in Moskau nun, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Radiosignale, mit denen irdische Astronomen in unserem Sonnensystem Planeten und Asteroiden erforscht haben, durch eine feindliche außerirdische Super-Zivilisation entdeckt werden, etwa eine Million Mal höher sei, als durch die zahlreichen direkten Kommunikationsversuche etwa von METI.

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Zaitsev selbst gehört zu jenen Wissenschaftlern, die mit gezielten Botschaften Kontakt zu Außerirdischen herstellen und auf die Erde aufmerksam machen wollen. Im Gegensatz zu SETI, steht METI für "Messaging to Extraterrestrial Intelligence, also dem gezielten Senden von irdischen Radiobotschaften ins All. Das Vorgehen von METI-Vertretern wird von SETI-Forschern schon seit langem kritisiert und selbst die NASA ist vor dieser Kritik nicht geschützt: Als diese zur eigenen 50 Jahr-Feier den Beatles-Song "Across the Universe" direkt in Richtung des 431 Lichtjahre von der Erde entfernten Polarsterns sendete (...wir berichteten), hagelte es umgehend Schimpfe vom "SETI Institute" in Mountain View (...wir berichteten). Dr. Douglas Vakoch rief die NASA dazu auf, ähnliche Aktionen zukünftig sorgsamer zu durchdenken. Außerirdische könnten solche Botschaften schließlich auch als Kriegserklärung fehlinterpretieren: "Bevor wir symbolische Botschaften gezielt ins All senden, sollten wir zumindest ausführlich und offen auch über die potentiellen Risiken solcher Nachrichten diskutieren."

Ähnliche Kritik richten SETI-Forscher schon seit langem auch gegen die russischen METI-Bemühungen und genau diese Argumentation zu widerlegen, ist das Ziel von Zaitsevs aktuellem Artikel. Selbst die Signale von Militärradars von Raketenabwehrsystemen könnten schon längst von außerirdischen Zivilisationen als Beweis für intelligentes Leben auf der Erde empfangen und gedeutet worden sein.

"Wenn jemand besorgt sein sollte, dass wir von einer aggressiven Super-Zivilisation entdeckt werden könnten", so Zaitsev, der diese Argumentation als "METI-Phobie" bezeichnet, "dann sollte man nicht zuerst METI, sondern die Radarastronomie generell verbieten." Da man diese jedoch nicht verbieten könne und aufgrund ihrer Bedeutung für Militär und Forschung auch nicht verbieten wolle, gehe auch von den METI-Experimenten keinerlei gesonderte Gefahr aus. Aus diesem Grund, so beschließt Zaitsev seinen Artikel, sollte man auch weiterhin radioastronomische Anlagen nutzen, um zu versuchen, durch gezielte Grußbotschaften mit Außerirdischen in Kontakt zu treten.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org

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