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Samstag, 17. Mai 2008

Wandernde Pole auf Jupitermond Europa weisen auf flüssigen Ozean

Bogenförmige Risse im Eis von Europa (Pfeile) sind das Ergebnis einer Polverlagerung des von Jupitermondes | Credit: P. Schenk/NASA/LPI

Washington, D.C./ USA - Gekrümmte Riss-Strukturen in der Eiskruste von Jupitermond Europa deuten darauf hin, dass die Pole des Mondes um nahezu 90 Grad gewandert sind. Solche extremen Verlagerungen verdichten die Theorie, wonach der Eispanzer einen Ozean flüssigen Wassers bedeckt. Hier könnte es dann möglicherweise auch Leben geben.

Das Team um Isamu Matsuyama vom Department of Terrestrial Magnetism haben Daten der Sonden Voyager, Galileo und New Horizons miteinander verglichen und sind dabei auf die bogenförmig verzogenen Risse aufmerksam geworden, die sich mehr als 500 Kilometer über die Oberfläche des Jupitermondes hinweg ziehen.

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Derartige Veränderungen können sich die Wissenschaftler nur mit einer Verlagerung der Rotationsachse von Europa um ca. 80 Grad erklären. Diese sei sehr wahrscheinlich durch sich an den Polen anhäufende Eismassen hervorgerufen worden. "Ein rotierender Körper ist am stabilsten, wenn seine Massen am weitesten von seiner Rotationsachse entfernt gelagert sind", erklärt Matsuyama. "Auf Europa haben die großen Unregelmäßigkeiten in der Dicke des Eismantels zu einem Ungleichgewicht geführt, wodurch sich die Achse neu ausgerichtet hat."

Weiter erklärt der Wissenschaftler, dass eine derart massive Neuausrichtung des Jupitermondes darauf hindeutet, dass die äußere Eisschicht vom inneren Kern durch eine flüssige Schicht getrennt ist. "Aus diesem Grund liefert unsere Studie einen weiteren Hinweis auf das Vorhandensein eines Ozeans unter dem Eispanzer."

Hier, so spekulieren Exobiologen, könnte sich dann auch Leben entwickelt haben. Europa zählt somit zu den Topkandidaten für die Suche nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ciw.edu / sciencedaily.com

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