Freitag, 2. Mai 2008

Wissenschaftler warnt vor Affen-Mensch-Hybriden

Schimpanse (Illu.) | Copyright: grewnzwissenschaft-aktuell.de

Edinburgh/ Schottland - Gegenüber der schottischen Tageszeitung "The Scotsman" hat Dr. Calum MacKellar vom "Scottish Council on Human Bioethics" davor gewarnt, dass die bisherigen britischen gesetzlichen Bestimmungen, welche den wissenschaftlichen Umgang mit menschlicher Befruchtung und Embryonen regeln sollen, Experimente, die auf Mischwesen zwischen Mensch und Affe hinauslaufen, nicht verhindern.

Das Problem, so MacKellar, liegt dabei in dem Umstand, dass der bisherige Entwurf des "Human Fertilisation and Embryology Bill" nicht verhindert, dass Forscher Tiere mit menschliche Spermien befruchten. Aufgrund der nahen Verwandtschaft zwischen Schimpanse und Mensch könnten aus derartigen Experimenten mit weiblichen Schimpansen durchaus lebensfähige Mischwesen hervorgehen. Ein mögliches Ziel solcher Aktivitäten sieht der Experte in der Züchtung einer neuen Spezies zur Organentnahme.

Auch andere Wissenschaftler sehen keine Gründe, die dagegen sprechen, dass die beiden Arten nicht erfolgreich gekreuzt werden könnten und verweisen darauf, dass entsprechendes bereits im Tierreich durchgeführt wurde, wenn erfolgreich Tiger mit Löwen, Zebras mit Pferden und Eseln, Delphine mit Walen oder Schafe mit Ziegen gekreuzt wurden.

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"Das Gesetz soll lediglich verbieten, dass Frauen mit tierischem Sperma befruchtet werden. Das Gegenteil wird nicht verboten - es wird noch nicht einmal erwähnt und das sollte nicht sein", so MacKellar zum Gesetzentwurf. Wenn dies nicht geschehe, werde es mit großer Sicherheit auch Wissenschaftler geben, die genau dies versuchen wollen und werden. "Alleine die Faszination über die Möglichkeit wäre für viele Wissenschaftler Motivation genug".

Gemeinsam mit MacKellar kritisieren auch andere Experten die Möglichkeit derartiger Experimente. "Sollte man erfolgreich sein, würde dies zu einem ethischen Dilemma führen, wenn es etwa um die Frage ginge, als was das Ergebnis eines solchen Versuchs anzusehen wäre - Mensch oder Tier - und welche Rechte es hätte."

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Für die Medizin stellt allerdings die Aussicht auf eine Vermenschlichung tierischer Organe eine Möglichkeit dar, den immer mehr stärker steigenden Bedarf an Ersatzorgan zu bedienen. Würde ein solcher Hybrid aus Mensch und Schimpanse kein menschliches Bewusstsein entwickeln, könnte es - trotz für den Menschen kompatibler Organe - weiterhin als Tier und somit auch als möglicher Organlieferant und Ersatzteillager dienen. "Dies wäre ethisch betrachtet nicht viel anders, als wenn wir tierisches Fleisch verzehren", so die Befürworter.

Laut "The Scotsman" bestätigte das Gesundheitsministerium zwar die Tatsache, dass das Gesetzt die von MacKellar beschriebene Lücke aufweise, dass jedoch die genomische Kluft zwischen Mensch und Schimpanse trotz der nahen Verwandtschaft zu groß sei, als dass aus entsprechenden Versuchen erfolgreich Leben entstehen könnte. Aus diesem Grund gäbe es für derartige Aktivitäten "keinerlei rationale wissenschaftliche Rechtfertigung". Dieser Einschätzung stimmt Dr. MacKellar jedoch ganz und gar nicht überein und erläutert, dass der Unterschied zwischen Ziege und Schaaf größer sei, als jener zwischen Mensch und Schimpanse.

Quellen: thescotsman.scotsman.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

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