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Samstag, 13. September 2008

150 Jahre Marienerscheinung in Lourdes: Papst besucht Wallfahrtsort

Bernadette Soubirous in der Grotte von Lourdes auf einem Foto aus dem Jahr 1863 | Copyright: Public Domain

Lourdes/ Frankreich - Schon seit dem 11. Februar feiert der Marienwallfahrtort Lourdes das 150. Jubiläum der ersten von 16 Marienerscheinungen. Jetzt besucht auch Papst Benedikt XVI den Wallfahrtort.

Von diesem Tag des Jahres 1858 an, soll der damals 14-jährigen Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle am Gave du Pau wiederholt die Gottesmutter erschienen sein, deren Erscheinung das Mädchen wie folgt beschrieb: „Ich hörte ein Geräusch ähnlich einem Windstoß, ich erhob die Augen zur Grotte und sah eine weißgekleidete Dame, welche ein weißes Kleid, einen blauen Schleier und auf jedem Fuß eine gelbe Rose trug.“

Während diesen Visionen legte Bernadette in der Grotte eine Quelle frei, deren Wasser bis heute von den Gläubigen heilende Wirkungen zugesprochen wird. Nicht zuletzt wegen dieser Heilwirkung ist Lourdes jährlich das Ziel hunderttausender Pilger und gilt als einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte weltweit.

Der aktuelle Papstbesuch steht allerdings im Spannungsfeld zwischen religiösem Wunderglaube der Gläubigen und einer gewissen Zurückhaltung und Distanz der katholischen Kirche. Beobachter vermuten deshalb, dass der Papst keinen neuen Wunderglauben schüren werde. Vatikansprecher Federico Lombardi kündigte daher auch an, dass die beiden Ansprachen des Papstes in Lourdes eher meditativen Charakter haben werden. "Es geht hier um die Heilung der Herzen, dass die Menschen besser mit ihrer Krankheit umgehen können, oder dass sie in bestimmten Lebenssituationen neuen Mut und neue Hoffnung finden", erklärte denn auch Pilgerseelsorger Uwe Barzen gegenüber dem ZDF und bringt damit wohl auch die offizielle Linie der Kirche zum Ausdruck.


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Nachdem Bernadette die Frauenerscheinung nach Ihrem Namen befragte und als Antwort "Ich bin die unbefleckte Empfängnis" bekam, konnte sie auch Ortspfarrer Peyramale und den zuständigen Bischof von der Echtheit der Erscheinung überzeugen, da es sich dabei um einen theologischen Terminus handelte, den Bernadette nach Meinung des Bischofs nicht wissen konnte. Schnell entstand um die Grotte ein „heiliger Bezirk“ mit mehreren Kirchen, der Basilika der unbefleckten Empfängnis, einer Rosenkranz-Basilika, Krypta und einem Prozessionsplatz.


Schon vier Jahre nach den ersten Erscheinungen, am 18. Januar 1862, erkannte Bischof Laurence diese im Namen der römisch-katholischen Kirche als echt an. Gründe dafür waren das glaubwürdige Auftreten von Bernadette Soubirous, die Heilung mehrerer gläubiger Kranker nach Genuss des Wassers und das wiederholte Auftreten der Erscheinung.


Von den fast 7000 Fällen von Heilungen in Lourdes, die im medizinischen Büro der Wallfahrtsstätte seit dessen Gründung gemeldet wurden, hat die römisch-katholische Kirche bis heute 67 als Wunder anerkannt. Die letzte anerkannte Heilung liegt 21 Jahre zurück.


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Die Heilungen, so die Lourdes-Homepage, wirken sich demnach auf Menschen aus allen Schichten und jeder Altersklasse aus. Mit 80 Prozent wurden bislang allerdings deutlich mehr Frauen als Männer geheilt. Zu den geheilten Krankheiten zählen u. a. Multiple Sklerose, Tuberkulose, Infektionskrankheiten, Knochenkrebs. Bislang gibt es keinen bekannten Fall, in dem auch Erbkrankheiten geheilt wurden.

Natürlich sind die Ereignisse und der Wunderglaube von Lourdes auch immer wieder Ziel kritischer Betrachtungen. Diese sehen in den Wunderheilungen hauptsächlich Plazebo-Effekte oder schlicht und einfach keinen evidenten Zusammenhang zwischen medizinisch-biologischen Prozessen und den Besuchen des Pilgerortes bzw. dem Genuss des Quellwassers. Dabei verweisen die Kritiker auch auf Untersuchungen der Wasserqualität. Diese zeigen - nach naturwissenschaftlichen Maßstäben - immer wieder, dass es keine ungewöhnliche Mineralstoffzusammensetzung im Lourdes-Wasser gibt und diese lediglich "normale Trinkwasserqualität" aufweist. Die Gläubigen stören diese Laborbefunde allerdings nicht, da es für sie sowieso nicht die "Mineralstoffzusammensetzung" eines Wassers ist, die dessen Heilungswirkung hervorrufe.


Nach den Erscheinungen vor 150 Jahren trat Bernadette 1866 in das Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein. Hier führte sie ein zurückgezogenes und bescheidenes Leben. Mit 35 Jahren starb sie am 16. April 1879 an den Folgen ihrer Knochentuberkulose.


Bei der ersten Exhumierung Bernadettes im September 1909 wurde ihr Leichnam völlig intakt und unverwest vorgefunden. Anlässlich ihrer Seligsprechung 1925 wurde der immer noch unversehrte Körper in einem Glassarg in die Kapelle des Klosters Saint-Gildard überführt, wo er bis heute zu sehen ist. Gesicht und Hände sind jedoch durch Wachsabgüsse verdeckt. 1933 wurde sie von Papst Pius XI. heilig gesprochen.


Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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