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Freitag, 5. September 2008

Angekündigt: DNA-Analyse von angeblichen Seeungeheuer

Skizzen aus der vergleichenden Studie zwischen Riesenhai und dem "Stronsay Beast" von 1808 | Quelle: theangloscot.co.uk

Stronsay/ Schottland - DNA-Analysen von Proben eines 1808 auf der Orkney-Insel Stronsay angeschwemmten Kadavers sollen nun Aufschluss darüber geben, was damals an Land gespült wurde. Zeugen beschrieben übereinstimmend ein Wesen, dass gerade dem Loch Ness entsprungen sein könnte. Kritiker vermuten indes, dass es lediglich ein verrotteter Riesenhai war.

Nach einem schweren Sturm war der Kadaver nahe Rothiesholm Head an Land gespült, von Fischern gefunden, zugleich von zahleichen Zeugen begutachtet und später sogar vermessen und detailliert dokumentiert worden (s. Abb. und Link). Offensichtlich fehlten von dem Kadaver bereits einige Teile, doch selbst der Rest des Körpers brachte es auf eine Länge von knapp 17 Metern, eine Breite von 1,2 und einen Umfang von 3 Metern. Trotz der Bemühungen der "Natural History Society (Wernerian Society) of Edinburgh", gelang es den damaligen Wissenschaftlern und Naturkundlern nicht, den Kadaver einem bekannten Tier zuzuordnen, woraufhin man entschied, dass es sich entweder um eine neue Art oder eine der immer wieder beschriebenen Seeschlangen handeln müsse.

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Doch schon bald traten Kritiker wie der Londoner Anatom Sir Everard Home dieser Einschätzung auf den Plan und zweifelten nicht nur an den ursprünglichen Messungen sondern vermuteten, dass es sich um bereits teilweise verweste Reste eines Riesenhais (Cetorhinus maximus) gehandelt habe. Tatsächlich ist bekannt, dass Riesenhaie beim Verwesungsprozess oft eine vermeintliche Seeungeheuer-artige Form annehmen können.

Der typische Verwesungsprozess eines Riesenhais | Quelle: theangloscot.co.uk

Gegen die Riesenhai-Theorie sprach jedoch schon damals die Tatsache, dass bislang kein Exemplar von mehr als 12 Metern Länge gefangen oder angeschwemmt wurde.
Weitere Details der Beschreibungen des Stronsay-Kadavers verweisen auf drei Paare von "borstigen Tatzen oder Flügeln", eine vom Kopf Richtung Schwanz gestrichen glatte Haut, die sich jedoch - in der Gegenrichtung gestrichen - rau anfühlte (Schuppen?), und eine "borstige Mähne" entlang der Oberseite seines Rückens, die - wenn sie nass waren - in der Dunkelheit geleuchtet haben sollen. Sein Mageninhalt hatte eine rote Färbung.

Eine der heutigen Experten zum Kadaver von Stronsay ist die Genetikerin Dr. Yvonne Simpson. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit dem Mythos und hat Gewebeproben, die damals dem Kadaver entnommen und konserviert wurden, genetisch analysiert.

Auf ihrer umfangreichen Internetseite zum Stronsay Beast - www.theangloscot.co.uk - kommt auch Simpson zu dem Schluss, dass eine Vielzahl von Merkmalen am besten anhand eines verwesten Riesenhais erklärt werden könnten. Zugleich gestehet sie jedoch auch ein, dass wiederum zahlreiche andere beschriebene Details gegen diese Deutung sprechen.

Zeitgenössische Skizzen (1808) des Stronsay Biests | Quelle: theangloscot.co.uk

Bereits im Vorjahr hatte Simpson gemeinsam mit dem Nessie-Experten Adrian Shine auf dem "Highlands Science Festival" einen Vortrag über vermeintliche Seeungeheuer gegeben. Schon immer sei die auf Orkney geborenen Wissenschaftlerin von den Geschichte und Legenden rund um das "Stronsay Beast" fasziniert gewesen - nicht zuletzt, da die Beschreibungen und Skizzen dem populären Bild des Ungeheuers von Loch Ness verblüffend ähnlich sehen.

Die Ergebnisse ihrer Analysen wird Dr. Simpson in einer Woche, am 12. September und zugleich dem 200. Jahrestag der Entdeckung des Kadavers, auf dem "Orkney International Science Festival" präsentieren.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / oisf.org / bbc.co.uk
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