Donnerstag, 18. September 2008

Krähen möglicherweise intelligenter als Affen

Röhren-und Tischfallen-Experiment (Illu.) | Copyright: science.auckland.ac.nz

Auckland/ Neuseeland - Forscher der "University of Auckland" haben Belege dafür gefunden, dass Krähen in einem komplizierten Intelligenztest den nächsten Verwandten des Menschen überlegen sind.

Besonders die Neukaledonischen Geradschnabelkrähen (Corvus moneduloides) sind für ihr Geschick, Intelligenz, das Verwenden von und sogar das Herstellen von Werkzeugen bekannt, um etwa mit zurechtgeformten Zweigen und Blättern an verborgene Insekten zu gelangen.

Professor Russel Gray über der Werkzeugherstellung der Neukaledonischen Krähen


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In einem Experiment verglichen die Wissenschaftler um Professor Russell Gray das Verhalten der Vögel mit jenem von Primaten, nachdem beide Gruppen vor das gleiche experimentelle Problem gestellt wurden. Dabei stellten selbst die Forscher erstaunt fest, dass Krähen zu komplexen Denk- und Wahrnehmungsleistungen über Ursache und Wirkung in der Lage sind und dabei sogar Analogien verwenden, wie sie nicht einmal von Primaten bekannt sind.

In der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences", haben Gray und Alex Taylor die erstaunlichen Ergebnisse ihrer Experimente jetzt ausführlich beschrieben.

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Im Experiment wurden die Vögel mit dem so genannten "Trap-Tube-Problem" (Röhrenfalle-Problem) konfrontiert. Hierbei befindet sich Futter in einer horizontal ausgerichteten Röhre. Dieses kann von dem Probanden (in diesem Falle also die Krähe) nur über die Umgehung einer oder mehrerer Fallen erlangt werden, in die das Futterstück bei normalem Gebrauch unweigerlich und unwiederbringlich hineinfällt. Dieses Problem kann also nur von Probanden gelöst werden, welche die Details und Merkmale des Aufbaus der Röhrenfalle erkennen.

Sechs Neukaledonische Krähen wurden mit einer Röhrenfalle mit gleich drei Falllöchern konfrontiert. Selbst als diese Hindernisse variiert wurden, gelang es immerhin noch dreien der Testvögel sich an diese neue Situation anzupassen und so die Aufgabe erfolgreich zu meistern.

Dann stellten die Forscher die Vögel jedoch vor eine gleichförmige Röhre mit zwei Fallen, von der eine jedoch keinen Boden hatte und somit das Futter herausfiel und somit auch auf diese Art von den Vögeln erlangt werden konnte. Hier gelang es jedoch selbst den drei intelligentesten Tieren nicht, diese offene Falle zum Erhalt des Futter selektiv zu nutzen und versuchten weiterhin, beide Fallen zu umgehen.

Abschließend wurden die Versuchskrähen mit einem Falltisch konfrontiert. Hier kann das Tier wählen, ob es - etwa mittels eines Astes - Futter aus einer geschlossenen Lade herauszieht oder die Nebenseite wählt, anhand der das Futter unweigerlich in einer Falle verschwindet.
In einer Studie mit 20 Exemplaren unterschiedlicher großer Affen konnte kein Versuchstier die Erfahrung mit einem der Fallen auf die Verwendung angesichts der anderen Falle übertragen - obwohl beide Fallen auf dem gleichen Konzept beruhen.

Erstaunlicherweise gelang dies den Krähen in Austin jedoch ohne Probleme und sie waren nach der Erfahrung mit der Röhrenfalle in der Lage, auch die Tischfallensituation (oder umgekehrt) zu meistern. Die Vögel zeigten also, dass sie nicht nur gelernt hatten, das Futter an den Falllöchern vorbeizuführen, sondern auch, dass sie das hier gelernte auch auf eine andere Situation übertragen konnten.

Dass die Krähen jedoch den Unterschied zwischen einem Fallloch mit Boden und einem offenen Loch offenbar nicht verstanden, zeige - so die Forscher - weiterhin die Unterschiede zur menschlichen Fähigkeit zur Schlussfolgerung und assoziativem Lernen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / science.auckland.ac.nz / telegraph.co.uk
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