Sonntag, 5. Oktober 2008

Deutsche Mediziner auf Soldliste der Tabakindustrie

Zigarettenreste | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Hamburg/ Deutschland - Laut Informationen des "Spiegel" bahnt sich in Deutschland erneut ein Wissenschafts-Skandal an: Rund 20 renommierte Mediziner haben für ihre Forschungen teilweise hohe Summen vom Tabakkonzern Philip Morris kassiert. Zu dem Empfängern zählen Kardiologen, Pathologen, Biophysiker und ein designierter Uni-Rektor.

- Aktualisiert am 6. Oktober 2008, um 16:02 Uhr, s. unten


In seiner aktuellen Ausgabe zitiert das Nachrichtenmagazin ein Strategiepapier des Konzerns aus dem Jahre 1998, wonach die Wissenschaftler gewonnen werden sollten, um damit die Glaubwürdigkeit der Tabakindustrie zu erhöhen. Unter anderem, so der Spiegel soll Professor Eckart Fleck vom "Deutschen Herzzentrum" in Berlin 937.000 Euro Forschungsgelder von der "Philip Morris Research Foundation" bekommen haben. HINWEIS: Lesen Sie hierzu bitte auch die Stellungnahme von
DHZB-Direktor Prof. Eckart Fleck.

Die betroffenen Wissenschaftler erklärten derweil, dass der Konzern keinen Einfluss auf die Forschung genommen habe. Trotz dieser Bekundung werden an dieser Aussage mehr und mehr Zweifel wach und selbst innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde wird darüber diskutiert, ob Mediziner generell Geld von der Tabakindustrie annehmen sollten.

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Gerhard Sybrecht vom "Universitätsklinikum des Saarlands" forderte gegenüber dem SPIEGEL einen neuen Ehrenkodex. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass mit dem Tabakgeld "viel manipuliert und viel Nonsens geforscht" worden sei. Die Annahme der Zahlungen sei für Mediziner zudem moralisch "bedenklich", und die Sponsoren seien von der "Deutschen Gesellschaft für Pneumologie" "geächtet" worden, so Sybrecht. (Weitere Hintergründe finden sich in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins.)

Eine ähnliche Situation kritisieren Beobachter auch anhand von Studien, die eine gesundheitliche Unbedenklichkeit von Mobilfunkstrahlung propagieren. So wurde beispielsweise eine aktuelle Studie des "Bundesamtes für Strahlenschutz" vom vergangenen Juni zur Hälfte von der Mobilfunk-Industrie finanziert. Kritiker wunderten sich vor diesem Hintergrund kaum über das Ergebnis der Untersuchung, die zu dem Schluss kam, dass von Mobilfunk- und Handystrahlung keine gesundheitlichen Risiken ausgehen - dabei aber zugleich einer ganzen Reihe von früheren Studien widersprach und selbst bei Politikern die Forderung nach einer von der Mobilfunkindustrie unabhängigen Untersuchung hervorrief (...wir berichteten 1, 2 ).


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / spiegel.de

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