Mittwoch, 29. Oktober 2008

Unter Hypnose: Probanden sehen Zahlen als Farben

London/ England - Englischen und spanischen Psychologen ist es gelungen, Probanden durch Hypnose die Fähigkeit zu geben, Zahlen als Farben wahrzunehmen. Diese Variante der so genannten Synästhesie, bei der zwei eigentlich getrennte Wahrnehmungsformen gekoppelt werden, ist im Normalzustand bislang lediglich bei rund 1000 Menschen bekannt.

Zu jenen Menschen mit dieser seltenen und lange Zeit als Spinnerei abgetanen Fähigkeit gehörte beispielsweise auch der russisch-amerikanische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Vladimir Nabokov, der selbst einst beschrieb, dass er ein Q brauner sehe, als beispielsweise ein K, während ein S nicht ganz so bläulich erscheine wie ein C, sondern eher wie eine merkwürdige Mischung von Azur und Perlmutt. Die Mechanismen, die zu Synastehsie-Phänomenen führen, sind bislang jedoch noch weitgehend unbekannt. Bislang vermuten Forscher den Ursprung bereits in der frühen Kindheit, wenn sich die unterschiedlichen Hirnregionen mehr und mehr verbinden:

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Im Experiment hypnotisierte das Team um Dr. Roi Kadosh vom University College London (UCL) und Dr. Luis Fuentes von der Universidad de Murcia (UM) eine Probandengruppe aus drei Frauen und einem Mann. Unter Hypnose wurden diese beauftragt, zukünftig Zahlen als Farben zu sehen (Bsp: 1=Rot, 2= Gelb, etc.). Tatsächlich fiel es den Testpersonen im darauf folgenden Wachzustand schwer, die eigentlich schwarzen Zahlen vor dem jeweils passend zur Vorgabe gehaltenen Hintergrund zu erkennen. Wurde der Hypnose-Einfluss wieder aufgehoben, war auch dieser herbeigeführte Zustand verschwunden und das normale Sehen wieder hergestellt.

Wie es zu der spontanen Synästhesie kam, wissen auch die Wissenschaftler noch nicht, sie schließen jedoch aufgrund des Experiments aus, dass diese durch neuentstandene und besondere neurale Verbindungen ermöglicht wurde, da sich derartige anatomische Merkmale nicht in einer derart kurzen Zeit bis zur Funktionsfähigkeit aufbauen und kurz darauf wieder verschwinden könnten, so die Forscher im Fachmagazin Psychological Science.

Stattdessen vermuten die Wissenschaftler, dass die Hypnose neurologische Grenzen zwischen sensorischen Hirnregionen geöffnet haben könnte. Auch wenn es weiterer Untersuchungen bedarf, könnten die Ergebnisse eine Möglichkeit aufgezeigt haben, wie zukünftig Synästhetische-Phänomene durch Hypnose gezielt herbeigeführt werden könnten.

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Neue Form von Synästhesie: Hören, was das Auge sieht, 9. August 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucl.ac.uk
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