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Mittwoch, 19. November 2008

Hexenhaus von Salem soll untersucht werden

Hexenprozess zu Salem, Illustration von 1876 | Copyright: Public Domain

Salem/ USA - Wie kaum eine andere Stadt so steht Salem im US-Bundesstaat Massachusetts für die puritanische Hexenverfolgung- und Hysterie im kolonialen Nordamerika. Jetzt wollen Geisterforscher das einstige Wohnhaus von Richter Jonathan Corwin aus dem 17. Jahrhundert - das auch als Witch House (Hexenhaus) bekannt ist - untersuchen.

Wie die Salem-News berichten, haben die "Spirit Finders Paranormal Investigators of North Smithfield", bei den Stadtbehörden eine Antrag gestellt, das Gebäude bei Nacht untersuchen zu dürfen.

Hierzu wollen die Geisterjäger die Räume mittels verschiedener technischer Überwachungsinstrumente auf Spukphänomene untersuchen. Bei den Verantwortlichen stieß die Anfrage auf ein erstes positives Echo. Hier erhofft man sich von den Untersuchungen einen Anstieg des Interesses an der Touristenattraktion. Laut lokalen Legenden soll es in dem Gebäude spuken und hier die Geister der Corwin-Familie umgehen.

Der Hintergrund dieser Legenden findet sich in den Hexenprozessen von Salem, in Folge derer es zu einer Hysterie, zahlreichen Verhaftungen, 20 Hinrichtungen und weiteren Todesopfern während der Inhaftierung gekommen war.

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Begonnen hatte alles im Winter 1691/92 mit dem merkwürdigen Verhalten von Betty Parris und Abigail Williams, die Tochter und die Nichte des Pfarrers Samuel Parris , die anfingen merkwürdig zu sprechen, sich unter Dingen zu verstecken und auf dem Boden herum zu kriechen. Nachdem kein Arzt das Leiden der Mädchen bestimmen konnte, hieß es schlussendlich, dass die beiden vom Teufel besessen sein müssten. Schnell griff dieser Glaube um sich und auch andere Bürger - vornehmlich Frauen - standen plötzlich in diesem Ruf und wurden gedrängt, die Namen derjenigen zu nennen, von denen sie besessen waren, was zu einer ganzen Welle von Beschuldigungen führte.

Am 1. März wurden die angeklagten Frauen der Hexerei beschuldigt und inhaftiert, während weitere Anschuldigungen folgten. Schlussendlich warteten wahrscheinlich bis zu 80 Angeklagte unter unmenschlichen Umständen auf ihren Prozess. Noch bevor dieser beginnen konnte, kam es bereits zu ersten Todesfällen und schwerwiegenden Erkrankungen unter den Inhaftierten, während es weiterhin zu neuen Anschuldigungen innerhalb der Gemeinde kam.

In den Verhandlungen wurden alle Angeklagten der Hexerei für schuldig befunden und nur wer sich schuldig bekannte und weitere Verdächtige nannte, wurde nicht hingerichtet. Insgesamt wurden so 20 Personen exekutiert, darunter auch ein angesehener Geistlicher.

Erst im Januar 1693 wurden die Verfahren eingestellt, nachdem nicht nur die Beschuldigten, sondern auch das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der gesamten Region darunter litt: Ernten wurden nicht gepflegt, das Vieh vernachlässigt, Geschäfte und Betriebe standen still.
Der Ereignisse hinterließen in der damaligen Gesellschaft Neuenglands einen derart tiefen Eindruck, dass der Einfluss des puritanischen Glaubens auf die Regierung schwand und damit indirekt die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten von Amerika geboren wurden.

Neben dem Theaterstück "Hexenjagd" von Arthur Miller wurden die Ereignisse von Salem einer breiten Öffentlichkeit besonders durch dessen die Verfilmungen aus den Jahren 1957, 1996 mit Daniel Day-Lewis und Winona Ryder und - unter dem Titel "The Covenant - Der Pakt" im Jahre 2007 bekannt.

Bücher zum Thema:

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Das Haus der Familie Corwin selbst, war Schauplatz zahlreicher Befragungen und Untersuchungen während der Prozesse die neben John Hathorne auch von Richter Jonathan Corwin geführt wurden.

Eine Entscheidung darüber, ob die Geisterjäger das "Hexenhaus" von Salem untersuchen dürfen, wird im Dezember erwartet. Nachdem ähnliche Untersuchungen des "Smith-Appleby House" in Smithfield 1996 schon zu spürbar gestiegenen Besucherzahlen dieser Touristenattraktion geführt hatten, dürfte einer Zustimmung jedoch nicht viel im Wege stehen.


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Fall Anna Göldi: Europas letzte hingerichtete "Hexe" wird rehabilitiert
13. Juni 2008


Petition zur Begnadigung von Schottlands Hexen eingereicht
29. Februar 2008

1590: Ein Kornkreis im Hexenprozess - Das bislang älteste Kornkreis-Dokument, 26. November 2007


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / salemnews.com
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