Donnerstag, 11. Dezember 2008

Bei Vollmond: Mondoberfläche lädt sich elektrisch auf

Vollmond | Copyright: NASA

Greenbelt/ USA - Für 2020 will die amerikanische Weltraumagentur NASA wieder eine bemannte Mission zum Mond schicken. Neuste Forschungsergebnisse offenbaren nun jedoch ein neues, buchstäblich schockierendes Problem: An sechs Tagen im Monat lädt sich die Oberfläche des Erdtrabanten auf mehrere hundert oder gar tausend von Volt auf.

Grund für dieses vom Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA entdeckte Phänomen, das in den Tagen um Vollmond eintritt, ist die Tatsache, dass der Mond dann den kegelförmigen Magnetschweif der Erde aus stark geladenen Partikeln durchquert.

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Auf der sonnenzugewandten Seite des Mondes wird der dabei entstehende elektromagnetische Effekt durch ultraviolette Partikel unterbrochen und dabei die Spannung auf ein niedriges Niveau reduziert. Auf der dunklen Seite des Mondes kann diese jedoch mehrere hundert und sogar bis zu tausend Volt betragen.

Der Mond den Magnetschweif der Erde (Illu.) | Copyright: NASA / gwa

Der Magnetschweif der Erde entsteht, wenn der Sonnenwind die Magnetosphäre auf der Sonnenseite auf etwa 10 Erdradien (rund 60.000 km) zusammen staucht und sie gleichzeitig auf der Nachtseite auseinander zieht. Dieser Schweif kann bis in eine Entfernung von etwa 100 Erdradien (600.000 km) und somit bis in die Umlaufbahn des Mondes reichen.

Schon 1968 fotografierte die unbemannte Mondsonde "Surveyor 7" ein merkwürdiges Leuchten nach Einbruch der Dunkelheit über der Mondoberfläche. Jetzt glauben die Mondforscher, dass es sich um Sonnenlicht handelt, das von aufgrund der Ladung dicht über der Oberfläche schwebendem elektrisch aufgeladenem Mondstaub, gestreut wird. | Copyright: NASA

Glücklicherweise fand keine der bisherigen bemannten Mondlandungen und -Spaziergänge von 1969 bis 1972 während einer solchen Phase statt. Zwar wäre der Elektrische Schlag, den die Mondastronauten spüren würden nicht tödlich, dennoch wäre er wahrscheinlich unangenehm bis schmerzhaft.

Da dieses Phänomen nun bekannt ist, ist es für die NASA-Planer einfache, entsprechende Aktivitäten außerhalb der sechs geladenen Tage pro Monat anzusetzen. Dennoch zeigt diese erst späte Erkenntnis, dass es möglicherweise noch viele, bislang unbekannte Hindernisse auszuräumen gilt, bevor erneut ein Mensch sicher den Mond betritt.

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