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Mittwoch, 14. Januar 2009

Forscher extrahieren Erbinformation des Tasmanischen Tigers

Zwei Tasmanische Tiger im Zoo in Washington, 1902 | Public Domain

State College/ USA - Ein Team internationaler Wissenschaftler haben einen Großteil, die genetischen Erbinformation des seit 1936 als ausgestorben geltenden Tasmanischen Tigers anhand von zwei Haarproben aus einem schwedischen und US-amerikanischen Museum zu extrahiert. Eine Wiedererschaffung der Tiere durch Klonen ist dennoch nicht das Primärziel der Forscher.

Beide Proben, so berichten die Forscher um Webb Miller von der Pennsylvania State University (Penn State) im Fachjournal "Genome Research", waren noch erstaunlich gut erhalten und nahezu identisch, was belegt, dass es innerhalb der Art nur geringfügige genetische Unterschiede gab - möglicherweise hatte auch dieser Umstand Anteil an der Ausrottung der Tierart.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit erlaubt den Forschern Rückschlüsse auf die evolutionäre Verwandtschaft zu anderen Beuteltieren und Einsichten darauf, welche Gründe - neben der intensiven Bejagung durch den Menschen - zum Aussterben der auch als Beutelwolf bekannten, kleinhundsgroßen und gestreiften Tiere geführt hatte. Die Erkenntnisse sollen hauptsächlich dabei helfen, vergangene Fehler bei der Pflege und Arterhaltung anderer vom Aussterben bedrohter Tiere, wie etwa dem Verwandten des Beutelwolfs - dem Tasmanischen Teufel -, zu vermeiden.

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Der Tasmanische Tiger (Thylacinus cynocephalus) wurde in Australien noch bis in die frühen 1900er Jahre exzessiv bejagt und dadurch in freier Wildbahn wahrscheinlich ausgerottet. Das letzte bekannte Exemplar verstarb 1936 im Beaumarais Zoo von Hobart. Der Grund für die Ausrottung war die von den weißen Farmern kolportierte Behauptung, dass die Beutelwölfe gefräßige Schafsräuber seien. In Wirklichkeit gingen die meisten gerissenen Schafe jedoch auf das Konto von verwilderten Hunden. Dennoch setzte in den 1830er Jahren die australische Regierung eine Belohnung von 25 Cent für jeden getöteten Tasmanischen Tiger aus. Zudem setzte wahrscheinlich eine Krankheit der stark dezimierten Population der Tiere zu, welche sich in plötzlich zurückgehenden Abschussraten um 1906 abzeichnete. Trotz zahlreicher Bemühungen internationaler Zoos gelang es nicht, die Art in Gefangenschaft zu züchten und so vor der Ausrottung zu bewahren.

Die Existenz der hochwertigen Proben in den Museum hat unter Forschern jedoch auch die Hoffnung erweckt, durch Klonen den Tasmanischen Tiger wieder zum Leben erwecken zu können. Dazu könnte die Erbinformation der Beutelwölfe in entleerten Eiern von Tasmanischen Teufeln oder Ameisenbeutlern (Numbats) heranreifen und von diesen ausgetragen werden.

Schon zuvor war es dem selben Team gelungen, anhand von Haarproben 80 Prozent des Genoms des Wollhaarmammuts zu extrahieren (...wir berichteten). Im Gegensatz zu sonstigen Proben, eignen sich Haarproben aufgrund des konservierenden Keratins besonders gut für die Arbeiten, da im Innern der Haare Bakterien nur wenig Angriffsfläche finden (...wir berichteten).


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / genome.cshlp.org / bbc.co.uk
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