Donnerstag, 15. Januar 2009

Vatikan: Zensur für Wunder

Franziskus empfängt die Stigmata, Darstellung 13. Jh. | Copyright: Public Domain

Vatikan - Katholische Gläubige, die glauben religiöse Wundererscheinung erlebt zu haben, sollen zukünftig über dieses Erlebnis so lange in der Öffentlichkeit schweigen, bis ein Expertenteam des Vatikans das Ereignis nach vatikanischen Vorgaben untersucht und beurteilt hat. Über den Umgang und die Untersuchung der Wunder lässt der Vatikan derzeit ein neues Handbuch erstellen.

Laut einer Meldung der britischen Tageszeitung "The Independent" habe der Papst die "Kongregation für die Glaubenslehre (lat.: Congregatio pro doctrina fidei) damit beauftragt, ein Handbuch für den Umgang mit Wundern wie Marienerscheinungen, Jesus-Visionen, Stigmata (Wundmale Christi), weinenden Statuen und eucharistischen Wunder mit zu erarbeiten.

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Benedict XVI. will damit eine Anleitung über die Untersuchung der Fälle, den Umgang und die Kommunikation in der Öffentlichkeit geben. Das Buch soll das bisherige so genannte "Vademecum" aus dem Jahre 1978 ersetzten und erneuern. Hauptverantwortlich für die Erarbeitung des Handbuchs ist der spanische Jesuitenpater und Erzbischof Monsignore Luis Francisco Ladaria Ferrer

Unter Berufung auf das katholisch-konservative Online-Magazin "Petrus", berichtet der Independent zudem, dass die Vorgaben auch festlegen sollen, dass Wunderzeugen nur dann glauben geschenkt werden solle, wenn sie zuvor über das Erlebte in der Öffentlichkeit Stillschweigen bewahren. Zuwiderhandlungen sollen als Hinweis darauf gewertet werden, dass es sich nicht um glaubwürdige Aussagen handele.

Die Untersuchungsteams sollen sowohl aus katholischen wie auch atheistischen Psychologen und Theologen bestehen, die sowohl den mentalen Zustand der Zeugen, aber auch den Inhalt der Wunder auf ihre himmlische Herkunft und die Übereinstimmung mit der Kirchenlehre hin überprüfen. Sollte die Kommission zu der Ansicht gelangen, dass die Darlegungen glaubhaft oder sogar nachweisbar sind, sollen zudem Dämonologen und Exorzisten hinzugezogen werden, um mögliche satanische Einflüsse der Ereignisse - durch welche die Gläubigen getäuscht und verführt werden sollen - ausschließen zu können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / independent.co.uk
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