Samstag, 21. Februar 2009

Geronimos Gebeine: Indianer klagen gegen "Skull and Bones"

Geronimo, 1820-1909 | Copyright: gemeinfrei

Washington/ USA - Schon seit vielen Jahren kämpfen die Nachfahren des 1909 verstorbenen Bedonkohe-Appachen-Kriegshäuptlings Geronimo um die Rückgabe des Schädels ihres Vorfahren. Sie glauben, dass er von dem studentischen Elite-Geheimbund "Skull and Bones" an der Yale University versteckt gehalten wird. Jetzt haben die Geronimo-Erben Klage gegen "Skull and Bones" eingereicht. Vertreten werden sie von einem ehemaligen Justizminister der USA.

Der Schädel des legendären Indianer-Anführers solle noch zu dessen 100. Todestag an dessen Geburtsort in den Gila Mountains im US-Bundesstaat New Mexico zurück gegeben werden, so zumindest der Wunsch der Angehörigen. Laut der Klageschrift soll der Großvater des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, Prescott Bush, die Gebeine Geronimos gemeinsam mit zwei weiteren "Skull and Bones"-Mitgliedern während des Ersten Weltkrieges (1918) aus dessen Grab in Fort Sill entwendet haben. Bis heute würden die Knochen an dem als "The Tomb" (Die Gruft) bekannten geheimen Versammlungsort des Bundes an der Yale University versteckt gehalten.

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Wie der "Daily Telegraph" berichtet, habe es der Geheimbund bislang immer abgelehnt, die Anschuldigungen und Gerüchte zu kommentieren, laut denen es zum Einführungsritual gehöre, dass neuen Mitglieder den Schädel Geronimos küssen müssen.

Neue Nahrung erfuhren die Gerüchte um den Diebstahl, als 2006 die Alumni-Zeitschrift der Yale Universität einen 2005 von einem Historiker entdeckten Brief aus der Zeit des Vorgangs veröffentlichte, in der ein "Skull and Bones"-Mitglied die Entwendung des Schädels, der Oberschenkelknochen (Symbole, wie sie sich auch im Wappen der 1832 gegründeten "diskreten Gesellschaft" finden) und des Reitzeugs des Indianeranführers unter anderem durch Prescott Bush und die darauf folgende Verbringung in die Halle des Geheimbundes bestätigte. Schon kurz nach Veröffentlichung des Briefes hatte sich Harlyn Geronimo, der Urenkel des Appachen-Kriegers, an den damaligen Präsidenten gewandt, ohne jedoch je eine Reaktion zu erhalten.

Für die Nachfahren Geronimos ist eine anständige Beisetzung der Gebeine ihres Vorfahren von großer spiritueller Wichtigkeit: "Sein Geist wandert umher, bis ein anständiges Begräbnisritual durchgeführt wurde. Der einzige Weg dies zu erreichen ist die Rückführung der Gebeine und somit seines Geistes an seine Heimstätte in den Gila Mountains oberhalb des Gila River", so der Urenkel Geronimos und beruft sich dabei auch auf das 1990 erlassene Gesetzt zu Schutze und der Rückführung Indianischer Gräber (American Indian Graves Protection and Repatriation Act).

Vertreten wird die Geronimo Familie von keinem Geringeren als dem ehemaligen US-Justizminister Ramsey Clark. Er will innerhalb des Verfahrens endgültig herausfinden, wo genau sich die Gebeine Geronimos bis zum heutigen Tag befinden, gesteht jedoch ein, dass man bislang keine harten Beweise für den Diebstahl durch "Skull and Bones" habe.

Die "New York Times" zitiert indessen einen Sprecher der Yale Universität, wonach dort "keine Knochen oder Überreste von Geronimo" aufbewahrt werden würden. Allerdings stellte er zugleich klar, dass er nicht für "Skull and Bones" sprechen könne, da diese von der Universität selbst unabhängig sei. Der Geheimbund selbst habe sich bislang noch nicht zu der Anklage geäußert.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk / nytimes.com
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