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Dienstag, 24. März 2009

Britische Akten belegen UFO-Phänomen

Zeichnerische Rekonstruktion eines Zeugenfotos: Angebliches UFO und Harrier-Jet über Calvine, Schottland | Copyright: nationalarchives.gov.uk

London/ England - Wie schon seine Vorgänger, so hat auch das am vergangenen Wochenende freigegebene dritte Packet mit einst geheimen UFO-Akten des britischen Verteidigungsministeriums (MoD) schon kurz nach seiner Veröffentlichung am vrgangene Wochenende (...wir berichteten) nicht nur für ein internationales Medieninteresse, sondern auch für kontroverse Diskussionen über deren Inhalt und Aussagen geführt. Während UFO-Skeptiker in den Unterlagen erneut einen Beweis für die Nichtigkeit des UFO-Phänomens zu erkennen glauben, belegt eine Bewertung einiger Fälle indes das genaue Gegenteil.

Im Umkehrschluss jedoch aus den veröffentlichten Unterlagen ableiten zu wollen, die britische Regierung kenne das Geheimnis der UFOs oder belege mit den Akten gar deren außerirdischen Ursprung, wäre eine ebensolche Fehleinschätzung.

So finden sich in den aktuell veröffentlichten Akten einige Fälle, die "ungeklärt" bleiben, oder deren vermeintliche offizielle Erklärungen bei genauer Prüfung weiterhin nur als eine von vielen "Erklärungsmöglichkeiten" im Raum stehen bleibt und oft mehr Fragen aufwerfen, als sie auf den ersten Blick zu beantworten scheinen.

Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende Aufzeichnungen zu rund 1.200 UFO-Meldungen und -Sichtungen veröffentlicht, für die in vielen Fällen sogar überhaupt keine eindeutige Erklärung genannt wird. Aus dieser Nicht-Erklärung jedoch automatisch einen Beweis für eine exotische Natur der beschriebenen Erscheinungen ableiten zu wollen, wäre jedoch ebenso falsch, wie anhand von tatsächlich erklärbaren Fällen auf die Gesamtheit zu schließen oder gar aufgrund der jetzigen Veröffentlichung der Unterlagen, die Tatsache zu übergehen, dass diese immerhin bis zur Veröffentlichung 2008 und aktuell 2009 als geheim - oder sogar darüber hinaus - klassifiziert waren.

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So kam es, laut den Akten, im Dezember 1992 zur Sichtung eines Boomerang-förmigen Flugobjekts durch Radarkontrolleure des Londoner Flughafens Heathrow anhand von visuellem Sichtkontakt und von Beobachtungen mittels Ferngläsern aus dem Towergebäude heraus. Eine Erklärung für diese Sichtung durch das erwartungsgemäß luftraumtechnisch speziell ausgebildete Personal, bleiben die Akten schuldig.

Auch sorgten sechs Farbfotos eines großen, diamantförmigen Objekts das sich den Luftraum mit zwei Militärflugzeugen zu teilen scheint, 1990 für reges Interesse bei der die meisten der aktuell freigegebenen Akten bearbeitenden Geheimdienstabteilung DI55, die hauptsächlich Informationen über sowjetische Raketen und Flugzeuge sammeln sollte. Aus den Unterlagen des MoD geht nun hervor, dass man zwar die abgebildeten Flugzeuge als militärische Harrier-Jets identifizieren konnte, die Natur des rautenförmigen Flugobjekts jedoch unbekannt blieb.

Aufgenommen worden sollen die Bilder von zwei Männern, die diese Szenerie am 4. August 1990 nahe Calvine, an der A9 nahe Pitlochry in Schottland gemacht haben wollen. Leider gehen diese Aufnahmen aus den britischen UFO-Akten nur noch anhand zweier schlechter Schwarz-Weiß-Kopien hervor (s. Abb.). Obwohl die Royal Air Force (RAF) und somit schlussendlich DI55 über den Vorfall erst anhand der Bilder, wie sie von der lokalen Zeitung "Daily Record" mit der Anfrage zu einem Kommentar vorgelegt bekam, erfuhr, kam es nie zu dem ursprünglich angekündigten Artikel über die Sichtung und Fotos. Schlussendlich, so der vom MoD für die Einstufung der freigegebenen Unterlagen beauftragte UFO-Historiker Dr. David Clarke, wurde der Vorfall als geheimdienstlich nicht von Interesse ad akta gelegt. Eine eingehende Untersuchung dessen, was tatsächlich auf den Bildern zu sehen war, eine Analyse der Negative ob authentisch oder gefälscht aber auch eine Befragung der Zeugen bzw. Fotografen und somit eine eindeutige Identifizierung des abgebildeten Objekts, fand offenbar offiziell nie statt.

Aus den einzig verbleibenden schlechten Fotokopien der Fotos zeichnerischen rekonstruktionen der Fotos Rückschlüsse auf deren Authentizität ziehen zu wollen, wie dies von zahlreichen Skeptikern praktiziert wird, indem man Spekulation in den Raum stellt, es handele sich wahrscheinlich um ein auf Fotos von den Jets aufgemaltes und dann erneut abfotografiertes "UFO", sind weder stichhaltig, zielführend noch professionell.

Ebenso nur spekulativ erklärt wird die Sichtung von gleich sechs britischen Tornado-Piloten, die im November 1990 erklärten, von einem stark beleuchteten unidentifizierten Flugobjekt während eines Trainingsflugs über dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet überholt worden zu sein. Obwohl die Piloten selbst darüber spekuliert hatten, dass es sich dabei möglicherweise um ein damals noch geheimes Stealth-Flugzeug der US- Air Force gehandelt haben könnte - und damit die kontrollierte, funktionstüchtige und technologische Natur des gesichteten Objekts unterstrichen, fand das MoD nachträglich in verglühenden Trümmern eines russischen Raketenstarts eine "Erklärung" für den Vorfall.

Was bleibt ist auch hier ein fragwürdiger Beigeschmack und Zweifel entweder an der Ausbildungsqualität, Erfahrung und Fachkenntnis von Personen, die für den zivilen und militärischen (Luftraum)Schutz ganzer Nationen verantwortlich sind oder eben jener Personen, die für derartige Sichtung eine wohlfeile Lösung zu finden haben.

Archiv: Klassisches Dreiecks-UFO, fotografiert über Belgien im April 1990 | Copyright: PM / G. Mossay

Nur auffallend selten wird hingegen von Skeptikern hingegen erwähnt, dass die Sichtung des vermeintlichen "UFOs", das von den Piloten selbst als später für einen dreieckige Grundformen aufweisenden Stealth-Jäger gehalten wurde, zeitlich und örtlich nahezu exakt in die so genannte "Belgische UFO-Welle" passt. Hier wurden ebenfalls dreieckige Flugkörper von Hunderten von Zeugen gesehen, fotografisch dokumentiert und auf dem Radar der belgischen Luftwaffe geortet. Trotz einer intensiven und interdisziplinären Auswertung und Erforschung der Daten, konnten die Sichtungen und Natur der Objekte bis heute nicht geklärt werden. Kein Geringerer als der damalige Stabschef der belgischen Luftwaffe, Generalmajor Wilfried De Brouwer bestätigt bis heute, dass - in Absprache mit seinen NATO-Partnern (!) - keine Stealth-Flugzeuge für die Dreiecks-UFOs über dem Dreiländereck verantwortlich gemacht werden konnten und das die von den, selbst mit F16-Kampfjets verfolgten, Objekten gezeigten Flugeigenschaften- und Fähigkeiten, weit über den Möglichkeiten bekannter Flugzeuge lagen.

General De Brouwers Aussage vor dem National Press Club in Washington im Dezember 2007

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Somit belegen auch die neuen britischen UFO-Akten einmal mehr nicht nur die Existenz eines realen und nicht nur in den Köpfen der Sichtungszeugen existierenden UFO-Phänomens, sondern auch das enorme Interesse von Seiten der britischen Regierung und Militärs an Sichtungen bislang unidentifizierter Flugobjekte. Über deren Herkunft und Natur - und hier mag man den Kritikern recht geben - sagen sie bislang noch nichts oder nur wenig aus. Zahlreiche beschriebene Details - nicht nur in den UFO-Akten der Briten - belegen jedoch, dass das Phänomen in vielen Fällen über den rationalen Erfahrungshorizont hinaus reicht und allgemeingültige Antworten und Erklärungen immer noch ausstehen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mod.gov / nationalarchives.gov.uk / drdavidclarke.blogspot.com
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