Freitag, 13. März 2009

EU-Gesetzesvorschlag will Glaubenssymbole aus öffentlichen Gebäuden verbannen

Christliche Glaubenssymbole im öffentlichen Raum | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Europa - Derzeit wird von der Europäischen Union ein Gesetzesvorschlag erarbeitet, der es sowohl Gläubigen wie auch Atheisten ermöglichen soll, erfolgreich gegen das Aufstellen von Glaubenssymbolen aber auch gegen blasphemische Symbolik im öffentlichen Raum und Gebäuden zu klagen.

Unter das Gesetz könnten dann nicht nur beispielsweise Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern fallen, sondern auch gotteslästerliche Werbung, Schriftzüge und Handlungen.

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "Daily Mail" umfasst das Gesetz all jene Einrichtungen, in denen öffentliche Dienste angeboten werden. Neben Schulen und Krankenhäusern also auch Gebäude wohltätiger Organisationen, Restaurants und Hotels. Während es schon heute europaweite Vorschriften gegen diskriminierende Symbole am Arbeitsplatz gibt, wären von der neuen EU-Vorlage auch erstmals Dienstleister betroffen.

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Ein solches Gesetz, so befürchten Beobachter, könnte zahlreiche Klagen nach sich ziehen. Die Kirche von England äußerte indes Bedenken, da auch Hospize oder Armenhäuser gezwungen werden könnten, christliche Symbole oder öffentliche Gebete zu vermeiden. Tatsächlich könnte gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Glaubenskriege zwischen einigen bibeltreuen christlichen Organisationen und Kreationisten auf der einen und Atheisten auf der anderen Seite (...wir berichteten 1, 2, 3), ein solches Gesetz eine wahre "Büchse der Pandora" öffnen, wenn sich die Kontrahenten gegenseitig mit Klagen überschütten und letztendlich auch die öffentliche Rede- und Gestaltungsfreiheit eingeschränkt wird.

Simon Calvert von dem britischen evangelikalen "Christian Institute" denkt dieses Szenario noch einen Schritt weiter und fragt: "Was ist mit Bibeln in Hotels und würden Gerichte Krippenszenen von Weihnachtsmärkten verbannen?" Auch müsste die Frage geklärt werden, inwieweit das Gesetzt auch öffentliche und historische Kunst, mit Darstellungen von Glaubenssymbolik betrifft.

Über den Gesetzesvorschlag soll, so berichtet das christliche Medienmagazin "PRO", noch in diesem Jahr entschieden werden. Er ist Teil einer EU-Direktive gegen Diskriminierung, etwa aufgrund sexueller Orientierung, Alter, Behinderung oder Glauben.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk / pro-medienmagazin.de
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