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Dienstag, 10. März 2009

Historiker: Columbus hieß eigentlich Pedro und war Schotte

Falsches Abbild? Christoph Kolumbus auf einem Gemälde von Sebastiano del Piombo | Copyright: Sebastiano del Piombo / Public Domain

Madrid/ Spanien - Nicht nur, dass ihm Historiker und Archäologen die Ehre der Erstentdeckung Amerikas streitig machen und behaupten, die Wikinger seien ihm zuvor gekommen, nun erhebt ein spanischer Historiker auch Zweifel am Stammbaum des Christoph Columbus. Dieser habe ursprünglich Pedro Scotto geheißen und demnach Vorfahren in Schottland gehabt.

Gegenüber der spanischen Tageszeitung "ABC" erklärte der Historiker Alfonso Ensenat de Villalonga, dass auch die sonstige frühe Biografie des Entdeckers, so wie sie bislang in Geschichtsbüchern zu finden ist, nicht ganz mit den Tatsachen übereinstimmt.

Bislang, so vermuteten die Mehrheit der Historiker, galt Columbus als Sohn eines Webers aus Genua - andere wähnten ihn als aus den spanischen Regionen Katalonien oder Galizien, Portugal oder von Korsika stammend. Auch Villalonga, der seine Forschungsergebnisse nun in dem Buch "Cristobal Colon. Origenes, formacion y primeros viajes" (Christoph Columbus. Herkunft, Bildung und erste Reisen) veröffentlicht hat, ist davon überzeugt, dass der Seefahrer in Genua geboren wurde, bezweifelt jedoch, dass er einer Familie von ortsansässigen Webern abstammt, sondern auf den Namen Pedro Scotto getauft wurde und somit einer ursprünglich aus Schottland zugewanderten Familie, die sich als Verkäufer verdiente, entstammt.

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Auch die zeitgenössischen Beschreibungen Columbus, die der Historiker in Archiven der Region um Genua und in Spanien gefunden hat, zeichnen ein anderen Bild, als das, was die meisten wohl vor Augen haben, wenn sie sich den vermeintlich südeuropäischen Entdecker vorstellen (s. Abb.). "Seine Zeitgenossen beschrieben ihn als mit blondem Haar (das später schnell ergraute), hellen Augen und vielen Sommersprossen", so Villalonga gegenüber der Zeitung und beruft sich auf die katholisch königlichen Chroniken von Lucio Marineo Siculo, der ebenfalls von "Pedro" und nicht "Christoph" Columbus (span. Cristobal Colon) spricht.

Auf den neuen Familiennamen sei der Seefahrer im Laufe seiner Kariere gestoßen, als er sich unter dem Piraten Vincenzo Columbus als Steuermann verdingte. Später, so Villalonga weiter, habe er diesen Namen angenommen, um seine eigentliche Herkunft, die in seinem eigentlich Namen schließlich für jedermann erkennbar festgehalten war, zu verdecken und um zugleich den Familiennamen nicht durch seine Vergangenheit als Pirat zu beschmutzen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / abc.es

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