Freitag, 27. März 2009

NASA-Forschungsziel Venus: Exobiologen fordern auch Suche nach Leben

Mit mehr als acht Kilometern Höhe ist Maat Mons der höchste Vulkan der Venus | Copyright: NASA

Washington/ USA - Während das nächste große Ziel für Forschungssonden von NASA und ESA Missionen zum Saturn und Jupiter und deren Monden sind, planen die Raumfahrtwissenschaftler und Astrobiologen schon jetzt an den Konzepten des darauf folgenden Forschungsziels: Planet Venus. Mit Höhenballons und Landeeinheiten soll der "höllische Zwilling der Erde" schon in 15 Jahren erforscht werden. Exobiologen fordern diesbezüglich schon jetzt, dass mit gesonderten Experimenten auch nach Leben in höheren Atmosphärenschichten gesucht werden soll.

Die bisherigen Konzepte der NASA sehen neben kurzlebigen Landeeinheiten auch mindestens zwei Höhenballone vor, die die schwefelsauren Wolken in der Venus-Atmosphäre untersuchen sollen und Teil einer ganzen Flotte von Forschungssonden sind. Primärziel der insgesamt bis zu vier Milliarden Dollar teuren Mission soll die Erforschung des Treibhauseffekts sein, der den einst wahrscheinlich erdähnlichen Planeten zu einem wahren Höllenplaneten werden ließ.

Zudem soll untersucht werden, ob es - wie vermutet - auch auf der Venus in früheren Zeiten Ozeane wie auf der Erde gab und ob der Planet immer noch vulkanische Aktivität aufzeigt. Starten sollen die ersten Venus-Sonden nach den bisherigen Visionen der NASA schon zwischen 2020 und 2025. Schon im kommenden April sollen erste konkrete Details der Forschungsmission bekannt gegeben werden.

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Während auf der Planetenoberfläche Temperaturen von bis zu 450 Grad Celsius vorherrschen, die schon längst auch die letzten Reste von Wasser verdampft haben und jegliches erdähnliches Leben verhindern, vermuten Astrobiologen, dass in einigen Kilometern Höhe sowohl das lebenspendende Nass, erdähnliche gemäßigte Temperaturen und die notwendigen Biochemischen Komponenten zu Genüge vorkommen, damit Leben entstehen, sich entwickeln und vielleicht sogar bis heute halten konnte.

Der in der Venus-Atmosphäre zu Genüge vorkommende Schwefel könnte, wo er sonst Leben erschwert, gerade zu dessen Schutz vor der schädlichen und für Kleinstlebewesen tödlichen Strahlung verwendet. "Bakterien könnten gelernt haben, die vorhandenen Chemikalien als eine Art Sonnenschutz zu nutzen", vermuten zumindest Professor Andrew P. Ingersoll und Kollegen vom California Institut of Technology (CalTech).

Auch auf der Erde gibt es sowohl in deren Atmosphäre als auch in extrem säurehaltigen Umgebungen überlebensfähige Bakterien. Die Tatsache, dass diese bislang nicht zugleich am selben Ort gefunden wurden, beruht lediglich auf dem Umstand, dass es auf der Erde keinen Ort gibt, wo beide Umweltbedingungen aufeinandertreffen. In der Atmosphäre der Venus ist dies jedoch anders. Aus diesem Grund fordern Exobiologen, die sich mit den Möglichkeiten und der Erforschung potentiell möglichen außerirdischen Lebens beschäftigen, dass die Höhenballons in der Lage sein sollen, in der Venus-Atmosphäre auch nach Spuren von Leben zu suchen.

Einige Forscher vermuten zudem, dass der Übergang von einer vermeintlich lebensfreundlichen und vielleicht sogar schon Leben tragenden Venus hin zum heutigen Höllenplaneten lange genug gedauert haben könnte, so dass sich das Leben erhalten und nach und nach in die lebensfreundlichen Zonen der Atmosphäre zurückziehen konnte.

Schon jetzt ist in den Konzepten der NASA-Visionäre die Möglichkeit beinhaltet, dass die Ballons Proben aus der Atmosphäre entnehmen und zurück zur erde schicken sollen.

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Quellen: grenzwissenschaft.aktuell.de / nasa.gov / caltech.edu
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