Dienstag, 17. März 2009

Studie belegt erstmals störende Auswirkung von Hochspannungsleitungen auf Organismen

Geomagnetisch ausgerichtete Weidekühe | Copyright: franklaumen.de

Duisburg/ Deutschland - Erst vor einem halben Jahr entdeckten Forscher der Universität Duisburg-Essen von ihrer Entdeckung, wonach Kühe, Rehe und Hirsche einen Sinn für das Magnetfeld der Erde haben und sich unter freiem Himmel bevorzugt in Nord-Süd-Achse ausrichten (...wir berichteten). Weitere Beobachtungen haben nun gezeigt, dass Hochspannungsleitungen diese Orientierung der Tiere stören und belegen erstmals einen Verhaltenseffekt biologischer Organismen aufgrund von Hochspannungsleitungen.

In der Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) haben die Forscher um Prof. Dr. Hynek Burda, Dr. Sabine Begall und Julia Neef nun dargelegt, dass die Stromleitungen ein nachweisbaren Einfluss auf die geomagnetische Ausrichtung der Tiere haben.

Hierzu untersuchten die Wissenschaftler, wie schon zuvor anhand von unzähligen Satelliten und Luftbildaufnahmen via Google Earth, die Körperlängsachsen von Kühen und Rehen, die nun jedoch unter Hochspannungsleitungen grasen oder ruhen und stellten fest dass die Ausrichtung der Tiere dabei sehr unterschiedlich ausfällt: „Auch unter Berücksichtigung der Leitungsrichtung gab es nur eine zufällige Verteilung. So lässt sich ausschließen, dass sich die Tiere visuell an den Drähten orientieren“, erklärt Professor Burda.

Allerdings gebe es bei ost-westlich verlaufenden Stromleitungen eine auffällige Tendenz der Ausrichtung in Ost-West. Dieser Effekt, so die Forscher in ihrer Pressemitteilung, sei bis zu 50 Meter von den Hochspannungsleitungen zu beobachten, wobei sich die Körperausrichtung mit zunehmendem Abstand in Richtung Nord-Süd (also in die von den Tieren natürlicherweise präferierte Richtung) verschiebt, da der Einfluss der Hochspannung auf das Erdmagnetfeld mit zunehmender Entfernung nachlässt.

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Dass Hochspannungsleitungen das Erdmagnetfeld lokal stören, ist physikalisch messbar und bekannt. Es gibt zahlreiche Arbeiten, die auch die Zusammenhänge zwischen Hochspannung und menschlicher Gesundheit untersuchen. Doch die aktuelle Studie der deutschen und tschechischen Forscher ist die erste Studie, die einen klar messbaren Verhaltenseffekt belegt.

„Mit dieser Arbeit wurde nun auch eindeutig bewiesen, dass die bevorzugte Körperausrichtung der Rinder und Rehe auf der Wahrnehmung des Magnetfeldes beruht und nicht sekundär durch Wetterverhältnisse gegeben ist“, bestätigt Burda.

Das veränderte Verhalten durch das Magnetfeld schließe auch Veränderungen auf der zellulären und molekularen Ebene nicht aus. "Die nun publizierten Ergebnisse belegen, dass die Magnetfeldwahrnehmung bei den hier untersuchten Säugetieren auf einem Polaritätskompass oder einem bisher unbekannten Wahrnehmungsmechanismus beruht, die beide von der Intensität abhängig sind", so die Forscher.

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