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Donnerstag, 16. April 2009

Zwei Jahre grenzwissenschaft-aktuell.de: Herausgeber Andreas Müller im Interview

Andreas Müller | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Geburtstag, erzählen Sie uns doch kurz, warum Sie "grenzwissenschaft-aktuell.de" überhaupt gegründet haben.

A.M.: Vielen Dank. Grundsätzlich ging und geht es mir darum, Nachrichten zu Themen aus Para- und Grenzwissenschaften eine seriöse und vor allem tagesaktuelle Plattform im deutschsprachigen Internet zu geben. Klassische Zeitschriften zum Thema können eine solche Aufgabe in der heutigen schnelllebig-medialen Zeit nicht mehr erfüllen. Gleichzeitig kommen die Themen unserer Seite in den sonstigen Medien nur sehr selten zu Wort und wenn, dann meist nur, wenn es etwas ironisches dazu zu sagen gibt. Mich selbst hat dies immer schon gestört. Ein Beispiel: Im Juni 2008 gab es eine Pressmeldung zu einer Studie über den Einsatz von Homöopathie und alternativen medizinischen Behandlungsmethoden durch Bundesligaärzte. Die Meldung die dann von einem Journalisten des führenden Online-Nachrichtenmagazins daraus gemacht wurde begann mit folgendem Satz: "Miroslav Klose betritt den Rasen stets zuerst mit dem rechten Fuß, Mario Gomez entleert seine Blase immer am Becken links außen und Michael Ballack schwört auf die Rückennummer 13. Doch nicht nur der Aberglaube ist im Fußball weit verbreitet, sondern auch der Glaube an die Kraft der Homöopathie." Die meisten Menschen, die sich für alternative Heilmethoden interessieren (und zu dieser Gruppe zähle ich mich auch), sind es - glaube ich - Leid, dass dieses Interesse in derartigen Meldungen mit Aberglaube und Uriniergewohnheiten von Fußballern gleichgesetzt und vorwiegend mit Ironie bis hin zu Spott abgehandelt werden. Dies trifft nicht nur auf alternative Heilmethoden zu, sondern auf viele Themen unserer Nachrichten zu, zu denen es in Wirklichkeit weit mehr und Seriöseres zu sagen gibt. Die aktuellsten Beispiele sind die Berichterstattung über den Kryptozoologen Dr. Jeff Meldrum und die UFO-Fälschung von Morristown auf dem gleichen Nachrichten-Portal.

Und das Konzept geht auf?
Ja, eindeutig. Das zeigen nicht nur stetig steigenden Leser- und Newsletter-Abonnentenzahlen, sondern auch die weite Verbreitung unserer Meldungen im deutschsprachigen Web, also auf anderen Seiten, Foren und Kommentarrubriken, zudem zufriedene Leserzuschriften an die Redaktion und nicht zuletzt (leider) auch die Art und Weise, wie und wo unsere Meldungen von anderen abgeschrieben und abgeschaut werden.

Sie sprechen Ihre Leserschaft an, richtet sich "grenzwissenschaft-aktuell.de" nur an jene Leser, die nicht nur an ihren Themen interessiert sind, sondern auch an diese "glauben"?
Eigentlich nicht. Natürlich haben wir selbst ein ehrliches Interesse an den Inhalten unserer Meldungen und sind auch davon überzeugt, dass es zu diesen Gebieten ernsthafte Forschungsergebnisse und Ansätze gibt, die über das simple Abstreiten, sie als Fehlinterpretationen von Gewöhnlichem darstellen oder Leugnen hinausgehen. Genau diesem Gegenpol wollen wir eine objektive Nachrichtenplattform bieten. Das bedeutet aber auch, dass es bei uns nicht nur Meldungen über Unerklärliches aus unserem Themenbereich gibt, sondern auch dann Berichte, wenn eine Situation konventionell erklärt werden kann. Ein Beispiel hierfür sind u. a. Analysen von angeblichem Yeti- und Sasquatch-Haaren, die sich als Haare von Bergziegen und Elchen herausgestellt haben. Derartige Ergebnisse sind in meinen Augen aber auch nicht als "Rückschlag" für die Erforschung dieser sagenumwobenen Wesen zu werten (auch wenn Skeptiker dies gerne so darstellen), sondern sind nicht mehr und nicht weniger als ein Erkenntnisgewinn darüber, dass es sich bei den untersuchten Haaren in diesen Fällen eben nicht um die der gesuchten Kryptiden handelte. Bei einigen UFO-Sichtungen, die keine waren, sondern eine natürliche oder konventionelle Erklärung gefunden wurde oder etwa gefälschten Kornkreis-Kopien ist das genau so. Hier scheuen wir uns nicht, über die tatsächlichen Hintergründe, wie sie vielleicht in anderen Medien gerne vernachlässigt werden, zu berichten. Das führt im Umkehrschluss jedoch nicht dazu, dass wir über jedes unscharfe Urlaubsfoto- und Filmchen oder über jeden Start von Himmelslaternen berichten müssten. Uns interessieren hauptsächlich die Fälle, von denen wir glauben, dass selbst nach einer kritischen Betrachtung noch etwas übrig bleibt, was die Sache interessant macht.

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Was hat Ihnen die Arbeit an "grenzwissenschaft-aktuell.de" bislang aufgezeigt?
Zum einen die erstaunliche Vielfalt der besagten tagesaktuellen Meldungen zu den von uns aufgegriffenen Themen und der Umstand, dass diese - zumindest im deutschsprachigen Raum - sonst nur wenig oder oft zweifelhafte Aufmerksamkeit auf Boulevard-Niveau bekommen. Immerhin veröffentlichen wir nahezu jeden Tag bis zu sechs Meldungen zu unseren Themen, manchmal sogar mehr. Zum anderen bekommt man einen interessanten Einblick in die Nachritenbranche und deren Hintergründe. Spannend ist hier auch zu sehen, wie lange eine Geschichte manchmal braucht, um dann auch von den "großen Medien" als "News" aufgegriffen zu werden. Von der eigentlichen Pressemeldung bis zur Platzierung bei den "Großen" können da manchmal im Extremfall mehrere Wochen vergehen. Besonders positiv zeigte und zeigt sich die Zusammenarbeit mit den hinter den Nachrichten stehenden Forschern und Wissenschaftlern, die in den meisten Fällen unseren Anfragen kooperativ Rede und Antwort standen und auch ihre Bildmaterialien zur Illustration unserer Meldung zur Verfügung stellten. Gerade die anfangs von uns befürchtete Zurückhaltung der Wissenschaftler, wenn es um ein "grenzwissenschaftliches" Nachrichtenmagazin geht, zeigte sich bislang nur in einem einzigen Fall, als ein Forscher nicht von uns genannt werden wollte, da es bei uns eine Rubrik "Außerirdisches Leben" gibt - obwohl sich gerade diese mehrheitlich mit rein wissenschaftlichen Aspekten der Exobiologie und Suche nach Leben jenseits der Erde durch internationale Raumfahrtagenturen und Forscher beschäftigt und oft mit unseren Meldungen zu "Space | Raumfahrt" einhergeht.

Noch einige Worte an die Leser?
Gerne. Nach einem ausdrücklichen Dank an unsere Leser und Fans für ihr anhaltendes Interesse, kann ich versprechen, dass wir uns auch in Zukunft bemühen werden, weiterhin täglich interessante Meldungen und Nachrichten zu präsentieren. Hierzu werden wir gezielt Rubriken und Angebote ausbauen und dabei natürlich auch auf Kritik und Anregungen unserer Leser eingehen. Auch zukünftig wird "grenzwissenschaft-aktuell.de" also die Informationsquelle zu Nachrichten aus Para- und Grenzwissenschaft bleiben. Hierbei wünschen wir allen unseren Lesern viel Freude, Kurzweil und interessante Themen.

Die Fragen stellte Frank Laumen


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