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Freitag, 22. Mai 2009

Flüsse und Meere aus Salzwasser formten den frühen Mars

Archiv: Am oberen Rand des Mars-Kraters Holden finden sich Ablagerungen von wassergebundenen Mineralien | Copyright: NASA/JPL/Univ. of Arizona

Moffet Field/ USA – Dass die Oberfläche des Roten Planeten einst von mächtigen fließenden Wassermassen ge- und verformt wurde, steht anhand ihrer Hinterlassenschaften in Form von einstigen Flussläufen, Küstenlandschaften und Mineralablagerungen im Boden kaum mehr in Frage. Doch wie blieb das Wasser flüssig - lagen doch auch schon auf dem frühen Mars die Temperaturen unter Null? US-amerikanische Forscher glauben nun, die Antwort gefunden zu haben: Ein hoher Salzgehalt hielt das Wasser flüssig.

Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler auf Aufnahmen der NASA-Marssonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) Flusstäler, die jünger als eine Milliarde Jahre alt sein müssen (...wir berichteten). Deutlich jünger also, als die Wissenschaft bislang glaubte, dass die Marsoberfläche von Wassermassen zuletzt beeinflusst wurde, eine Ära – so glaubte man - die vor rund 3,5 Milliarden Jahren zu Ende ging.

Selbst unter den von einigen Marsforschern angenommenen Minusgraden, die vor rund 3,8 Milliarden Jahren auf dem Mars geherrscht haben sollen, blieb das Wasser also folglich flüssig. Möglich war dies, laut Alberto Fairén und Kollegen am Ames Research Center (ARC) der NASA, durch einen hohen Salzgehalt.

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Die Forscher, die ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" publiziert haben, stützen sich mit ihrer Aussage auf Analysen verschiedener Salze und Mineralien, wie sie bei der Verwitterung von Basaltgestein entstehen und wie sie schon bei mehreren Mars-Expeditionen nachgewiesen werden konnten.

Wie sich anhand von Berechnungen zeigte, war der wahrscheinliche Salzgehalt des einstigen Marswassers so hoch, dass dieses auch noch bei Temperaturen von –50 Grad Celsius teilweise in flüssiger Form geflossen sein konnte, dabei jedoch schon große Eismassen mit sich führte.

Zur damaligen Zeit verfügte der Mars noch über eine dichte Atmosphäre und Vulkane setzten Treibhausgase wie Methan und Kohlenstoffdioxid frei. Anhand von Computermodellen vermuten die Forscher des Weiteren, dass die damalige Oberflächentemperatur auf dem Mars rund –28 Grad Celsius betrug. "Warm" genug also, um das Wasser flüssig zu halten.

Zugleich dämpfe der hohe Salzgehalt zusammen mit der niedrigen Temperatur allerdings die Hoffnungen auf einstiges Leben in den Marsgewässern. Beide Faktoren, so die Forscher, lassen die Entstehung von Leben nach irdischen Maßstäben eher unwahrscheinlich erscheinen.

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