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Mittwoch, 13. Mai 2009

Planck und Herschel: ESA schickt zwei Super-Teleskope ins All

Die neuen ESA-Weltraumteleskope Herschel (l.) und Planck (Illu.) | Copyright. ESA

Kourou/ Franz. Guayana - Mit den Weltraumteleskopen Herschel und Planck schickt sich die europäische Raumfahrtagentur am kommenden Donnerstag an, bisherige Weltraumteleskope wie beispielsweise das Hubble-Teleskop der NASA in den Schatten zu stellen.

Mit dem "Herschel Space Observatory", das einen Spiegel von 3,5 Metern Durchmesser besitzt, soll das bislang leistungsfähigste Infrarot-Teleskop im All platziert werden. Zielort des Teleskops ist der Lagrangepunkt L2 der sich, von der Sonne aus betrachtet, etwa 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde befindet. Von hier aus sollen drei Instrumente (Kameras und Spektrometer) im fernen Infraroten (Terahertzstrahlung) und Submillimeter-Bereich des elektromagnetischen Spektrums bei Wellenlängen zwischen 57 und 670 µm arbeiten, da dieser Bereich vom Erdboden aus nicht beobachtet werden kann.

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Ziel der nach dem Entdecker der Infrarotstrahlung Wilhelm Herschel benannten Mission sind unter anderem neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung von Galaxien, insbesondere entfernter junger Galaxien, die aufgrund ihres Staubgehalts hauptsächlich im fernen Infrarot ausstrahlen zu gewinnen. Des Weiteren soll mit Herschel die Entstehung und Entwicklung von Sternen, zum Beispiel durch großflächige Suche nach den frühesten Entwicklungsphasen der Sternen zu erkunden, sowie eine Analyse der Physik und Chemie der interstellaren Materie und die Beobachtung von Objekten in unserem Sonnensystem, darunter Kometen und Planetenatmosphären.

Der Lagrangepunkt L2 (Illu.) | Copyright: NASA/ESA

Während dessen soll das Weltraumteleskop Planck (auch Planck Surveyor genannt) die kosmische Hintergrundstrahlung, sozusagen das Nachglühen des Urknalls, untersuchen. Ziel der nach dem deutschen Physiker und Nobelpreisträger Max Karl Ernst Ludwig Planck benannten Mission ist eine Kartierung der kosmischen Hintergrundstrahlung bei Frequenzen zwischen 25 und 1000 GHz. Auch Planck soll, statt von einer Erdumlaufbahn, am Lagrangeprunk L2 platziert werden, einem jener Punkte also, an welchen sich Gravitationskräfte benachbarter Himmelskörper und die Zentrifugalkraft der Bewegung gegenseitig aufheben (s. Abb.). Hier ist die für die enorm präzisen Messungen notwendige Unterdrückung störender Emissionen von Sonne, Erde, und Mond am einfachsten. Diese ist Grundvorausetzung für den erfolg der Mission, da sich die Temperaturunterschiede, die Planck messen soll, im Bereich von einem Millionstel Grad bewegen.

Nach Simulationen von Gary Shiu und Bret Underwood von der University of Wisconsin in Madison könnten die Messungen des Planck-Satelliten geeignet sein, die String-Theorie zu überprüfen, die kein geringeren Anspruch hat, als alle bisher beobachteten Fundamentalkräfte der Physik einheitlich erklären.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.org / wikipedia.de

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