Mittwoch, 20. Mai 2009

Sonnenstürme ohne Vorwarnung

"STEREO"-Aufnahme der eigentlich ruhigen Sonnenoberfläche am 31. Mai 2008 | Copyright: NASA

Huntsville/ USA – Die Zwillings-Sonnenobservatorien der NASA-Mission "STEREO" haben einen Ausbruch von ionisiertem aus unserer Sonne registriert und dokumentiert, für den es zuvor keinerlei Anzeichen gab. Die Beobachtung bestätigen frühere Vermutungen, dass Sonneeruptionen auch dann ausbrechen können, wenn die Oberfläche völlig ruhig erscheint.

Bei dem nun dokumentierten Ereignis handelte es sich um einen Koronalen Massenauswurf bei dem eine Plasma-Blase ins All abgestoßen wird, die – wenn groß genug und in Richtung Erde geschleudert – Satelliten in der Erdumlaufbahn, Astronauten, Raumschiffe und die irdischen Versorgungsnetzwerke schädigen können (...wir berichteten).


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Bislang galt es als gesichert, wenn auch immer wieder in Frage gestellt, dass die Quellen derartiger Massenauswürfe Sonnenflecken seien. Seit etwa zehn Jahren haben Forscher jedoch immer wieder verhältnismäßig sanfte Sonnenstürme gemessen, für die es keine offenkundigen Anzeichen und Quellen auf der Oberfläche unseres Heimatsterns gab. Bei diesen Ereignissen handelte es sich jedoch bisher immer nur um relativ sanfte Aktivität, von denen keine wirklich ernsthafte Gefahr für die Erde ausgehe.

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Auch der von den Sonden am 31. Mai 2008 registrierte Ausbruch rangierte mit einer Masse von "nur" 3 Milliarden Tonnen herausgeschleudertem Sonnenmaterial nur im Bereich normaler Auswürfe und war mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Sekunde vergleichsweise langsam. Wäre er in Richtung Erde abgegeben worden, hätte er nach Weltraumwetter-Standards wahrscheinlich nur geringe geomagnetische Auswirkungen gehabt – allerdings groß genug, um etwa den Kurs von Zugtiere zu stören oder geringfügige Schwankungen in einigen Stromnetzwerken hervorzurufen.

Sonnenforscher vom Marshal Space Flight Center in Hunstville vermuten angesichts der neuen Aufnahmen der STEREO-Sonden, dass der beobachtete Massenauswurf deswegen so unangekündigt verlief, da er seinen Ursprung nicht wie heftige Massenausbrüche tief im Sonneninneren hatte, sondern sich aus einer großen Fläche der Oberfläche der Sonne genährt hatte und deswegen hier auch wesentlich geringere Unruhe verursacht hatte, als sonstige derartige Eruptionen.

Die NASA-Forscher zeigen sich trotz des unvorhersehbaren Ausbruchs gelassen: "Die wirklich gefährlichen Aktivitäten gehen von weitaus größeren Explosionen auf der Sonne aus, die bislang immer schon vorab anhand von deutlicher Sonnenfleckenaktivität angekündigt wurden."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / newscientist.com / arxiv.org
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