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Donnerstag, 18. Juni 2009

Mammuts haben in England noch 6000 Jahre überlebt

Mammuts auf Wanderschaft (Illu.) | Copyright: PD

Condover/ England - Anhand einer neuen Altersbestimmung haben britische Wissenschaftler herausgefunden, dass Wollhaarmammuts noch bis vor 14.000 Jahren das englische Festland bewohnt haben. Damit hätten die Tiere noch rund 6000 Jahre länger überdauert als bislang geglaubt.

Wie die BBC berichtet, gelangen die neuen Radiokarbon-Analysen anhand von Mammutüberresten, die 1986 nahe Condover in der mittelenglischen Grafschaft Shropshire zu Tage gefördert wurden. Die Ergebnisse hat Dr. Adrian Lister vom "Natural History Museum" aktuell im Fachmagazin "Geological Journal" veröffentlicht. Demnach könnten auch andere große Tiere der Eiszeit auf der Insel noch sehr viel länger überlebt haben, als bislang angenommen.

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Bislang hatte die Wissenschaft angenommen, dass Mammuts aus dem nordwestlichen Europa vor 21.000 bis 19.000 Jahren während und aufgrund des so genannten Letzten Glazialen Maximums (LGM) verschwanden. Tatsächlich markiert diese Eiszeit ein erstmaliges Verschwinden der Population auch vom britischen Festland. Die neue Studie zeigt nun jedoch, dass die Tiere wieder nach England zurückkehrten - wahrscheinlich als Folge wieder steigender Temperaturen - und hier dann wieder bis vor etwa 14.000 Jahren überlebt hatten. "Das Ungewöhnliche ist, dass Mammuts offenbar lokal ausstarben, dann jedoch aus anderen Refugien später wieder zuwanderten", zitiert die BBC den Wissenschaftler.

Da auch andere Vertreter der so genannten Megafauna, wie der Riesenhirsch, das Wollnashorn und Bisons, einhergehend mit der zunehmenden Ausbreitung des Menschen, nahezu zeitgleich verschwanden, vermutet die so genannte Overkill-Hypothese, dass die Bejagung durch de Menschen eine Hauptursache für deren Aussterben war. Auch Lister kann sich vorstellen, dass Menschen für die Ausrottung der letzten bekannten Mammutpopulationen in Sibirien verantwortlich sind, glaubt jedoch nicht, das der Mensch der Hauptursache für das generelle Aussterben der Dickhäuter und anderer Vertreter der Megafauna war.

Das Aussterben der Mammuts ging statt dessen wahrscheinlich mit steigenden Temperaturen und der daraus folgenden der Ausbreitung der Wälder einher, wodurch die zuvor ausgedehnten Grasländer, die den Tieren als Weideland dienten, mehr und mehr verdrängt wurden: "Die Tiere wurden zwar von Klimawandel ausgerottet, doch betraf dieser weniger die Tiere direkt selbst, sondern vielmehr die Vegetation, von welcher die grasfressenden Tiere abhängig waren."

Die letzten Mammuts überhaupt starben erst vor rund 5.000 Jahren aus und hatten bis dahin auf der russischen Wrangelinsel im Arktischen Ozean überlebt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nhm.ac.uk / bbc.co.uk
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