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Freitag, 19. Juni 2009

Mondlandeverschwörung vor dem Aus? Die NASA kehrt zum Mond zurück

Die Instrumente der LROC | Copyright: NASA/msss.com

Greenbelt/ USA - Um 5:32 Uhr Ortszeit begann für die USA in Cape Cananveral mit dem Start der Mond-Sonde Lunar Reconnaissance Oribiter (LRO) die lang ersehnte Rückkehr zum Erdtrabanten. Der Satellit soll mehr Informationen über die Umweltbedingungen auf dem Mond sammeln als je eine Mondmission zuvor damit gleichzeitig die Grundlage für eine bemannte Rückkehr zum Mond schaffen. Gemeinsam mit dem LRO startete auch der Lunar Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS), der in immerdunklen Mondkratern nach Eislagern suchen soll. Erstmals sollen die hochauflösenden Kameras auch Aufnahmen der Landeorte der Apollo-Mission liefern und damit Verschwörungstheorien um die angeblich nie stattgefundenen Mondlandung ein Ende setzten.

Neben dem Für und Wider der unterschiedlichen Hin- und angeblichen Beweise dafür, dass die Mondlandungen der Apollo-Missionen nie stattgefunden haben sollen und statt dessen in irdischen Filmstudios nachgestellt wurden, hatten die Vertreter der Verschwörungstheorie bislang immer ein recht interessantes Argument für ihre Zweifel: Auch 40 Jahre nach der angeblich ersten Mondlandung gibt es keine Apollo-unabhängigen Aufnahmen der auf dem Mond zurückgelassenen Instrumente und Landeeinheiten - weder durch irdische noch durch im All stationierte Satelliten und Teleskope.

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Was den Laien im ersten Moment nicht unrecht verwundert, erklärt die Seite "apollo-projekt.de", die sich die Widerlegung der Verschwörungsargumente zu Ziel gesetzt hat, wie folgt: "Das Auflösungsvermögen von Hubble reicht nicht aus, um Gegenstände dieser Größe fotografieren zu können. Aufnahmen von Hubble lassen allenfalls Strukturen von ca. 150 Metern erkennen. Die auf dem Mond verbliebene LM-Unterstufe hat einen Durchmesser von knapp 10 Metern und wäre für das Objektiv des Teleskops unsichtbar. Sie müsste mindestens 15 Mal größer sein, um auf einer Hubble-Aufnahme auch nur als Punkt sichtbar zu sein. Auch wenn Teleskope (Spionagesatelliten im Erdorbit) die nötige Auflösung hätten, befinden sie sich doch in der Erdumlaufbahn und sind viel zu weit vom Mond entfernt, um hochauflösende Aufnahmen der Mondoberfläche zu liefern. (Lediglich) das Very Large Telescope, auf dem 2600 Meter hohen Berg Paranal in den chilenischen Anden, könnte zu Klärung beitragen. Es bietet drei verschiedene Beobachtungsmöglichkeiten: Entweder werden die Teleskope unabhängig voneinander auf verschiedene Himmelskörper ausgerichtet, oder mehrere Instrumente beobachten dasselbe Objekt, wobei sich die digital erstellten Aufnahmen anschließend im Computer überlagern lassen. Zukünftig soll es jedoch auch möglich sein, zunächst mit zwei später mit mehreren Teleskopen interferometrisch zu beobachten. Das hat den Vorteil: Die Winkelauflösung steigt bei fester Wellenlänge mit dem Abstand der Teleskope. Zwei im Abstand von 130 Metern stehende Teleskope erzielen dann eine Auflösung von wenigen Millibogensekunden. Prinzipiell ließe sich damit eine Apollo-Landefähre auf dem Mond ausmachen."

Prinzipiell also machbar - bislang sind jedoch keine derartigen Aufnahmen bekannt, was die Verschwörungstheoretiker als deutliches Anzeichen dafür bewerten, dass schlicht und einfach an Ort und Stelle auf dem Mond nicht zu sehen ist.

Doch selbst angenommen, dass die Mondlandungen inszeniert worden wären, könnte man sich fragen, warum nicht auch solche Aufnahmen gestellt wurden. Vielleicht weil sie auch von unabhängigen Forschern - eben mittels des Very Large Telescope - überprüft werden könnten?

Doch die Argumentation hinkt nicht nur auf Seiten der Verschwörungstheoretiker. Auch jene, die sich gegen eine Verschwörung aussprechen, bringen mit dem Hinweis auf angeblich bei den Mondlandungen zur Abstandsmessung zwischen Erde und Mond platzierten Laser-Reflektoren ein brüchiges Argument in die Diskussion ein, wenn diese Reflektoren als Beweis für die Mondlandung ausgelegt werden. Tatsächlich werfen diese Reflektoren das von so genannten Laser-Ranging-Stationen abgegebene Laserlicht zur Erde zurück, doch könnten derartige Instrumente auch ohne bemannte Mondlandung auf dem Erdtrabanten abgesetzt worden sein. Bestes Beispiel hierfür sind die von unbemannten sowjetischen Mondmissionen abgesetzten Reflektoren der Lunochod-Reihe.

Allem Hin und Her um die Apollo-Mondlandungen soll nun die Kamera an Bord des Lunar Reconnaissance Oribiter ein Ende bereiten. Wie auf der technischen Informationsseite zu den LRO-Instrumenten nachzulesen ist, kann die LRO-Kamera (LROC, s. Abb.) Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 0,5 Metern pro Pixel erstellen du dabei eine Fläche von 5 Kilometern Breite abdecken. Mit ihr werde es möglich sein, nicht nur mögliche Landestellen zukünftiger Missionen genauestens zu Dokumentieren, sondern auch die Hardware der Missionen Apollo, Surveyor du Luna zu fotografieren.

Ob mit entsprechenden Aufnahmen jedoch auch die Verschwörungstheorien beigelegt werden, ist fraglich. Schließlich könnten ja auch die neuen Aufnahmen manipuliert werden - stammen sie, nach Auslegung der Verschwörungstheoretiker, doch von der selben Organisation, die auch schon die einstigen Apollo-Landungen inszeniert haben soll. Eine einmalige Gelegenheit also, nachzubessern und zugleich die Fortsetzung einer wahrscheinlich unendlichen Geschichte...

- Weitere Informationen zur LRO- und LCROSS-Mission finden Sie HIER


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LRO und LCROSS: Die Rückkehr der USA zum Mond
26. Mai 2009

Mondsonde SELENE: Beweise für Mondlandung?
18. September 2008

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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