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Mittwoch, 17. Juni 2009

Roter Riesenstern Beteigeuze schrumpft dramatisch

Hubble-Aufnahme von Beteigeuze | Copyright: NASA/ESA

Berkeley/ USA – Langzeitbeobachtungen des roten Riesensterns Beteigeuze im Sternbild Orion zeigen einen dramatischen Größenschwund des Sterns um mehr als 15 Prozent seit 15 Jahren. Warum der Stern derzeit so rasant an Größe verliert, ist bislang noch unbekannt.

Mit dem Infrared Spatial Interferometer (ISI) auf dem Mount Wilson im südlichen Kalifornien haben Astronomen der University of California den Riesenstern seit 1993 beobachtet und in einer aktuellen Studie festgestellt, dass sein Durchmesser seither um mehr als 15 Prozent geschrumpft ist.

Vergleich zu unserem Sonnensystem reichte die einstige Ausdehnung des Roten Riesen 1993 im noch bis zur Umlaufbahn des Jupiter. Heute ist dieser Durchmesser erheblich geringer und seit dem Beginn der Beobachtung in etwa um den Abstand zwischen Erde und Venus geschrumpft. Zugleich konnte jedoch anhand der Helligkeit des Sterns kein vergleichbarer Rückgang beobachtet werden.

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"Einen derartigen Rückgang zu beobachten ist sehr erstaunlich", kommentiert denn auch der Berkeley-Astrophysiker, Erfinder des Mikrowellenlasers (Maser) und Physik-Nobelpreisträger (1994) Charles Townes die Beobachtungen. Auch zukünftig werde der Riesenstern genauestens beobachtet, um zu sehen, ob der Schwund sich weiter fortsetzt oder ob Beteigeuze seine ursprüngliche Ausdehnung wieder erreichen wird.

Charles Townes am Infrared Spatial Interferometer | Copyright: Cristina Ryan

Warum der Stern schrumpft, wissen die Astronomen bislang noch nicht. "Basierend auf all dem, was wir bislang über Galaxien und das ferne Universum wissen, gibt es jedoch noch eine ganze Menge an Dingen, die wir noch nicht wissen - beispielsweise was an deren Lebensende mit roten Riesensternen passiert."

Nach bislang gängiger astronomischer Lehrmeinung wird auch Beteigeuze als Supernova enden. Astronomen sind sich indes uneins über den Zeitraum, innerhalb dessen dieses Ereignis zu erwarten ist. Vermutungen schwanken zwischen binnen der nächsten 1.000 bis 100.000 Jahre. Auf jeden Fall würde die Sternenexplosion als beeindruckendes Himmelsschauspiel auch von der Erde mit bloßem Auge zu erkennen sein. Anhand von roten Riesen wie Beteigeuze gehen Astronomen von einer Steigerung der Leuchtkraft um das 16.000-Fache aus. Da der Stern derzeit mit rund 0,5 mag am Sternenhimmel leuchtet, würde seine Supernova die Leuchtkraft des Halbmondes erreichen. Andere Berechnungen gehen sogar davon aus, dass selbst die Helligkeit des Vollmondes erreicht werden könnte. Da die Rotationsachse des Riesensterns allerdings nicht in Richtung Erde weist, wäre der bei einer Supernova entstehende Gammablitz für die irdische Biosphäre nicht schädlich.


Der auch als "Schulterstern des Orion" bezeichnete Rote Riese Beteigeuze hat etwa den 662-fachen Durchmesser unserer Sonne und besitzt eine etwa 10.000-fach größere Leuchtkraft. Von der Erde aus gesehen ist Beteigeuze der zehnthellste Stern am Firmament. Gemeinsam mit Mira im Sternbild Walfisch ist der von der Erde rund 600 Lichtjahre entfernte Beteigeuze der einzige Stern, der - mit Teleskopen betrachtet - von der Erde aus nicht als Punkt sondern als flächige Scheibe sichtbar ist. Zwar zeigten schon frühere Messungen, dass die Ausdehnung von Beteigeuze zwischen 290 Mio. und 480 Millionen Kilometern schwanken kann, doch konnten diese Beobachtungen bislang aufgrund unterschiedlicher Wellenlängen, in welchen diese durchgeführt wurden, nicht miteinander verglichen werden.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu
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