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Sonntag, 28. Juni 2009

Spekulationen und Gerüchte um Enthüllung der Bundeslade

Die Kapelle Ri'ise Adbarat Qidist Maryam Debre Tsiyon in Axum soll nach Überzeugung der Tewahedo-Kirche die Bundeslade beherbergen | Copyright: Adam Cohn/GNUFDL

Vatikan - Gerüchte um eine Ankündigung, dass der Patriarch der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche Abuna Paulos, während seines noch andauernden Besuchs bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan auf einer Pressekonferenz Informationen zum derzeitigen und lange geheim gehaltenen Aufenthaltsort der legendenumwobenen Bundeslade bekannt geben, und diese möglicherweise schon bald sogar der Öffentlichkeit präsentieren wolle, wurden am vergangenen Freitag bis auf Weiteres enttäuscht, als es nicht einmal zu einer Pressekonferenz des Patriarchen kam.

Zuvor hatten italienische, israelische und afrikanische Medien sich in Meldungen auf den Patriarchen berufen, der am 26. Juni 2009 angeblich die Weltöffentlichkeit über die Bundeslade informieren wollte.

Patriarch Abune Paulos | Copyright: Public Domain

Als erstes berichtete die italienische Nachrichtenagentur "Adnkronos News" von der Ankündigung des Patriarchen und zitierte diesen mit den Worten, dass "die Welt schon bald die in der Bibel als Behältnis der an Moses übergebenen Gebotstafeln Gottes, beschriebene Bundeslade, wie sie seit Jahrhunderten im von Forschern und Schatzsuchern gesucht werde, bewundern könne."

Zudem soll der Patriarch weiterhin bestätigt haben, dass sich die Bundeslade seit mehreren hundert Jahren in der Obhut seiner Kirche in Axum befinde. Er selbst habe sie in seiner Position als Patriarch mit seinen eigenen Augen gesehen und gehöre damit zu einem bislang sehr kleinen Kreis entsprechend ausgewählter Personen.

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Zugleich soll der Patriarch in Aussicht gestellt haben, dass die Lade zukünftig in einem Museum in Axum ausgestellt werde und diese sich in "perfektem Zustand" befinde. Schließlich handele es sich "nicht um ein von Menschenhand geschaffenes Objekt, sondern sei göttlichen Ursprungs", zitierte Adnkronos den Patriarchen.

Entsprechende Gerüchte und Vermutungen über den Aufenthaltsort der Lade wurden von Seiten von Wissenschaftlern, Bibelforschern und Abenteurern schon seit langem gehegt. Noch nie wurden diese jedoch von offizieller Seite in vergleichbarer Weise bestätigt, geschweige denn die öffentliche Präsentation des heiligen Gegenstandes in Aussicht gestellt.

Bislang gibt es jedoch keinerlei Andeutungen darüber, ob die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche auch behauptet, dass sich die göttlichen Gesetzestafeln immer noch in ihrem Innern der Bundeslade befinden sollen und wenn ja, ob auch diese ausgestellt werden.

Warum es nicht zu der angeblich angekündigten Pressekonferenz und bislang auch nicht zu weiteren Informationen bezüglich der Erklärung des Patriarchen gekommen ist, ist bislang noch nicht bekannt. Auch bereits kursierende Spekulationen, dass der Besuch beim Papst mit diesem Rückzieher zu tun haben könnte, wurden bislang noch nicht bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme von Seiten der Äthiopisch Orthodoxen Tewahedo Kirche liegt bislang ebenfalls noch nicht vor.

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Hintergrund
Bei der Bundeslade soll es sich laut der hebräischen Überlieferung, um eine mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz handeln, auf deren Abdeckung zwei Cherubime thronen, die schützend ihre Flügel über die Truhe ausbreiten, welche zudem mit zwei Tragebalken versehen war.

Nach Darstellung der Tora enthielt sie die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten, wie sie Moses von Gott selbst erhalten haben soll, und galt demnach beim Auszug Israels aus Ägypten unter Mose als Garant für Gottes Gegenwart und als Zeichen für seinen Bund mit dem Volk Israel.

Neben der Tatsache, dass sie als Behältnis der Gesetzestafeln Gottes und somit als einer der heiligsten Kultgegenstände des israelischen Volkes überhaupt gilt, wurden der Lade selbst immer wieder auch direkte übersinnliche Eigenschaften zugeschrieben, die nicht nur von Bibelforschern unterschiedlich interpretiert wurden. So sollen die Hohepriester mit Hilfe der Bundeslade direkten Kontakt zu Gott aufgenommen haben können, bzw. diese Gottes Gegenwart herbeigerufen haben.

In einem anderen Fall soll Ussa, der die Bundeslade berührte - obwohl er kein Priester war - den "Zorn Gottes" verspürt haben und unmittelbar an diesem gestorben sein. Andere Bibelstellen werden von einigen Forschern auch als Hinweis verstanden, dass die Lade Gottes - etwa im Kampf gegen die Philister - als Waffe eingesetzt wurde.

Auch und gerade in grenzwissenschaftlicher Literatur, hier gezielt in Sachbüchern zur Prä-Astronautik, jener Theorie also, nach der frühgeschichtliche Bauwerke, exotische Gegenstände und religiöse Wunder auf das Wirken als Götter falsch verstandener Außerirdischer Besucher zurückgeführt werden, wird über die Beschaffenheit und den Ursprung der Bundeslade, u. a. beispielsweise als technologischer und möglicherweise außerirdischer Gegenstand im Sinne einer Kommunikationseinheit bis hin zur frühgeschichtlichen Atombombe, spekuliert.

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26. Februar 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / adnkronos.com
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