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Donnerstag, 16. Juli 2009

Studie: Vollmond beeinflusst das Paarungsverhalten von Amphibien

Mittelmeer-Erdkröten bei der Paarung (Amplexus) | Copyright: JanekPfeifer/GNU FDL

Milton Keynes/ England - Amphibien weltweit stimmen ihre Paarungsaktivität nach dem Vollmond ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Forschern der Open University in England.

Laut der Biologin Rachel Grant, die ihre Ergebnisse im Fachjournal "Animal Behaviour" publiziert hat, koordinieren unter anderem Frösche, Kröten und Molche ihre Paarungstreffen nach dem Mondzyklus, um so sicher zu stellen, dass zum richtigen Zeitpunkt auch genügend Partner zusammenfinden. Zugleich erhöhen die Tiere damit ihren Fortpflanzungserfolg und reduzieren das Risiko, das der Laich Fressfeinden zum Opfer fällt.

Zum ersten Mal auf das mondsüchtige Veralten aufmerksam, wurde Grant bei einem Forschungsaufenthalt in Italien, wo sie in einem See Salamander studierte. "Eines Nachts war eine Straße voller Kröten und es war Vollmond", so die Amphibienforscherin gegenüber der BBC. "Zuerst vermutete ich ein zufälliges Übereinstimmen der beiden Ereignisse. Während des folgenden Monats habe ich das Verhalten jedoch genauer untersucht und festgestellt, dass die Anzahl der Kröten mit zunehmendem Mond mehr und mehr zunahm, schließlich bei Vollmond ihren Höhepunkt erreichte und dann mit abnehmendem Mond wieder zurück ging."

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Da sie in der wissenschaftlichen Literatur keine Hinweise auf ähnliche frühere Beobachtungen finden konnte, begann sie mit einer detaillierten Studie von 2006 bis 2007 und verglich die dabei gesammelten Daten schlussendlich auch mit den Aufzeichnungen von Paarungsstudien von Fröschen und Kröten in Teichen in Oxford, Wales und Cardiff. "An allen Studienorten konnte ein Effekt des Vollmonds auf das Paarungsverhalten der Tiere nachgewiesen werden", erläutert Grant. Selbst hinzugezogene historische Beobachtungsdaten zum Paarungsverhalten von Kröten auf Java bestätigen den Einfluss des Vollmonds.

"Auch Molche werden von dem Mondzyklus beeinflusst. Sie scheinen es jedoch zu vermeiden, im dritten Viertel des Mondes an den Paarungs- und Laichplätzen zu erscheinen. Dies könnte mit dem Erdmagnetfeld zusammenhängen, das in dieser Phase am stärksten ist."

Die Mondphasen seien ein in bisherigen Untersuchungen bislang gänzlich übersehener jedoch wichtiger Faktor. "Wir glauben, dass es sich um ein weltweit verbreitetes Phänomen handelt. Dennoch könnten die Unterschiede zwischen den Arten und unterschiedlichen Ökosystemen dazu führen, dass nicht alle Amphibien auf die gleich Weise beeinflusst werden." Weitere Studien seien notwendig, um eine allgemeine Betrachtung zu ermöglichen.


Mit den neu gewonnenen Daten sollen nun Statistikmodelle erstellt werden, die auch Wetterbedingungen und umweltbedingte Variablen wie beispielsweise Geomagnetismus und auch den Mondzyklus mit einbeziehen, die beim Schutz und der Zucht auch bedrohter Amphibienarten helfen sollen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / sciencedirect.com / rachelagrant.com
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