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Samstag, 15. August 2009

Menschheitsgeschichte muss massiv neu datiert werden: Menschen nutzten Feuer schon vor 72.000 Jahren zur Werkzeugherstellung

Normales Silikatgestein (l.) im Vergleich zu einem mit Feuer bearbeiteten Faustkeil aus der Pinnacle-Point-Höhle | Copyright: Kyle Brown/South African Coast Paleoclimate, Paleoenvironment, Paleoecology, Paleoanthropology Project

Mossel-Bay/ Südafrika – In der Höhle von Pinnacle-Point an der Südwestküste Südafrikas habean Archäologen Hinweise darauf gefunden, dass hier Menschen schon vor 72.000 Jahren Feuer auch zur Herstellung von Werkzeugen nutzten und stellen so die bislang gekannte Vorstellung über die Historie der modernen Menschwerdung in Frage.

Ein internationales Team um Kyle Brown von der "University of Cape Town" (Universität von Kapstadt) entdeckte an den hier gefundenen Steinwerkzeugen Spuren von Hitze, durch die das verwendete Silikatgestein sehr viel einfacher durch Flintabschlag weiterverarbeitet werden konnte. Bis dato nahm die Wissenschaft an, dass der Mensch erst im sogenannten Jungpaläolithikum, also vor etwa 25.000 bis 30.000 Jahren Feuer zur Werkzeugherstellung nutzte. Doch die Forscher gehen sogar noch einen Schritt weiter und vermuten sogar, dass die gezielte Anwendung und damit die Beherrschung des Feuers sogar bis zu 164.000 zurückverfolgt werden könne.

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"Die Nutzung von Feuer", so erläutert Koautor Curtis Marean von der University of Arizona, "beginnt mit einem Geistesblitz. Irgendjemand bemerkt, dass durch Erhitzung der Stein leichter bearbeitet werden kann. (...) Dieses Wissen wird dann weiter gegeben und die Methode mehr und mehr verfeinert. Dieser gesamte Prozess benötigt komplexe kognitive Fähigkeiten, die Fähigkeit etwas zu lehren und zu lernen und somit möglicherweise auch Sprache."

Zuvor hatten die Forscher in der Höhle schon 2007 die ältesten Hinweise darauf gefunden, dass Menschen Essen aus dem Meer zu sich nahmen und Pigmente verwendeten. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass entlang der Küstenlinie von Südafrika etwas besonderes mit der menschlichen Denkfähigkeit passiert ist und einen wichtigen Schritt in der späten Phase hin zur Entwicklung zum modernen Menschen markiert", so Curtis Marean, der seine Ergebnisse gemeinsam mit seinen Kollegen in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" veröffentlicht hat.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / asu.edu

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