https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Montag, 10. August 2009

Rätselraten um Methan auf Mars geht weiter

Die Orte der Methanausbrüche (Rot-Töne) im nördlichen Mars-Sommer in den Regionen Terra Sabae, Nili Fossae und Syrtis Major | Copyright: T.Schindler/NASA

Paris/ Frankreich - Seit 2003 auf dem Mars Methanabgaben identifiziert werden konnten, rätseln Wissenschaftler darüber, ob diese das Ergebnis geologischer oder gar biologischer Prozesse sein könnten. Neue Berechnungen französischer Forscher senken nun die Chancen darauf, auf dem Mars heute noch lebende Organismen zu finden.

François Forget und Franck Lefèvre von der Universität Pierre et Marie Curie in Paris haben die Ergebnisse ihrer Arbeit in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" publiziert und sich auf die merkwürdige räumliche und zeitliche Konzentration des Gases konzentriert, wie sie seit der Entdeckung immer wieder beobachtet wurde (...wir berichteten).

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Anhand von Computermodellen simulierten die Wissenschaftler des Kreislauf des Kohlenwasserstoffs auf dem Roten Planeten und entdeckten keinen bekannten Prozess, der das Gas derartig lokal konzentriert und zugleich so schnell abbaut, wie es auf dem Mars beobachtet wird. Nicht nur, dass es auf dem Mars bestimmte Regionen mit einer erhöhten Konzentration des Gases in der Atmosphäre gibt, auch unterscheiden sich die gemessenen Werte zu den jeweiligen Jahreszeiten auf dem Roten Planeten, wenn beispielsweise die Werte im Nordsommer des Mars besonders hoch sind.

Warum das Methan jedoch nicht - wie dies zu erwarten wäre - gleichmäßiger in der Marsatmosphäre verteilt wird und woher es überhaupt stammt, haben die Lefévre und Forget versucht, mit einem Klimamodell des Mars zu ergründen, fanden jedoch keine bekannten Abbau- oder Bildungsreaktionen die das Vorhandensein des Gases in der gemessenen Form erklären könnten

Um die Situation auf dem Mars zu erklären, müsste es laut den Forschern, einen bislang unbekannten Prozess in der Marsatmosphäre geben, in dem das Gas rund 600 Mal schneller und zudem lokal abgebaut wird, als mittels bisher bekannter Vorgänge. Eine solche Abbaureaktion könne jedoch nur schwer mit dem Vorhandensein und der Verteilung anderer Spurengase in der Atmosphäre des Planeten in Übereinstimmung gebracht werden.

Als weitere Möglichkeit spekulieren die Forscher über eine Zersetzung des Methans durch eine Reaktion mit der Planetenoberfläche. Diese müsste dann jedoch extrem schnell ablaufen, um die gemessenen Werte erklären zu können. Sollte dies zutreffen, wäre die Marsoberfläche wahrscheinlich wesentlich reaktiver und somit auch deutlich lebensfeindlicher gegenüber anderen Molekülen, als bislang angenommen. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem Roten Planeten dann heute noch auf lebende Organismen, wenn auch nur in Form von Bakterien, zu stoßen, würde damit ebenfalls extrem sinken.


>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<
NASA-Pressekonferenz: Mars ist ein aktiver Planet - biologisch oder geo-chemisch? 15. Januar 2009

Wissenschaftsstreit: Kontroverse um mögliche Mars-Fossilien
26. November 2008

Leben auf dem Mars?
22. Oktober 2008



Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktzull.de / nasa.gov / nature.com / bbc.co.uk
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE