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Freitag, 25. September 2009

Meteoritenkrater legen Eis unterhalb der Marsoberfläche frei

Meteoriteneinschläge legen Wassereis direkt unterhalb der Marsoberfläche frei (l.). wie sie nur wenige Monate später schon wieder verdampft sind (r.) | Copyright: NASA/JPL

Pasadena/ USA - Auf Aufnahmen der Sonde "Mars Reconnaissance Oribiter" (MRO) haben Forscher eindeutig gefrorenes Wasser unmittelbar unterhalb der Marsoberfläche nachgewiesen. Diese hätten schon 1976 gefunden werden können, wenn die Landesonden nur unwesentlich tiefer gegraben hätten.

Im Oktober 2008 hatte die Sonde frische Meteoritenkrater von bis zu 2,5 Metern Durchmesser fotografiert, welche auf früheren Aufnahmen noch nicht vorhanden waren. Am Boden einiger dieser Krater war deutlich eine weißlich-helle Schicht zu über dem dunkleren Marsboden zu erkennen. Als diese Schicht dann im Laufe der darauf folgenden Wochen mehr und mehr verschwand, war dies - gemeinsam mit erfolgreichen Spektralanalysen, der Nachweis, dass es sich hierbei um eine Schicht aus Wassereis gehandelt hatte, welches im Laufe der Zeit nach und nach in die dünne Marsatmosphäre verdampft ist.

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Die Krater wurden mit den mittleren Breitengraden zwischen dem Äquator und Nordpol des Roten Planeten entdeckt. Hier hatten Wissenschaftler angesichts des Marsklimas eigentlich nicht mit derartigen Eisschichten unmittelbar unterhalb der Oberfläche gerechnet.

"Das Eis ist ein Überbleibsel einer deutlich feuchteren Klimaperiode, die wahrscheinlich einige tausend Jahre zurückliegt", kommentiert Shyne Byrne von der University of Arizona in Tucson den Fund, an der die Bilder der hochauflösenden Bordkamera (HiRISE) des MRO wissenschaftlich ausgewertet werden. Im Fachmagazin "Science" haben Byrne und 17 Co-Autoren ihre Ergebnisse nun ausführlich dargelegt. "Wir wissen jetzt, dass wir neue Einschlagskrater nutzen können, um in einer Region des Mars nach Wasser dicht unter der Oberfläche zu suchen", fügt Megan Kennedy vom "Malin Space Science Systems" in San Diego hinzu.

Bereits im vergangenen Mai konnten auf ähnlichen Aufnahmen an anderer Stelle Eisflächen unter der Marsoberfläche bestätigt werden (...wir berichteten).

Anhand der neuen Daten schlussfolgern die NASA-Forscher nun auch, dass die 1976 auf dem Mars gelandete Landeeinheit der "Viking 2"-Mission ebenfalls auf Eis gestoßen wäre, hätte der Roboter nur etwa 10 Zentimeter tiefer gegraben.

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