Rissmuster auf dem Mars (Vergrößerung rechts) | Copyright: JPL/NASAPotsdam/ Deutschland - Anhand von Aufnahmen der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) glauben Forscher am Boden von Marskratern Hinweise auf einstige und heute ausgetrocknete Seen und Tümpel gefunden zu haben.
Auf dem europäischen Kongress für Planetenwissenschaften (European Planetary Science Congress) in Potsdam haben die Forscher um Ramy El Maarry vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau ihre diesbezügliche Interpretation von polygonalen Rissmustern in mehreren Marskratern erstmals präsentiert.
Bislang glaubten die meisten Marsforscher, dass es sich bei den gewaltigen Rissmustern um das Ergebnis von Prozessen der Ausdehnung und des Zusammenziehens der Kraterböden aufgrund von Temperaturschwankungen handelt.
Irdische Trockenrisse in kleinem Maßstab | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
Trockenrisse im Coyote Dry Lake in der Kalifornischen Mojavewüste zeigen ähnliche Ausmaße wie jene auf dem Mars | Copyright: GoogleEarthAnhand neuer Berechnungen der Forscher zeige sich nun jedoch, dass derartige Prozesse keine vergleichbaren Polygone von mehr als 65 Metern entstehen lassen. Einige Platten der Rissmuster auf dem Mars messen jedoch zwischen 140 und 250 Meter im Durchmesser. Stattdessen glauben die Wissenschaftler, dass es sich um Trockenrisse handelt, die von einstigen Seen und Tümpeln im Kraterboden hinterlassen wurden. Ähnliche Erscheinungen sind auch auf der Erde sowohl im kleinen wie im großen Maßstab bekannt (s. Abb.).
Wahrscheinlich war auch der Mars vor rund vier Milliarden Jahren mit großen Mengen von wasser bedeckt. Hierbei hätten sich Regen- und Flusswasser auch am Boden von Einschlagskratern zu dortigen Seen gesammelt. Diese, so glauben die Forscher, hätten mehrere tausend Jahre bestehen können, bevor sie schließlich austrockneten. Einige derartige Trockenseen in der nördlichen Marshemisphäre könnten jedoch auch jüngeren Datums sein, so El Maary.
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