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Freitag, 11. September 2009

Skelettfunde in Georgien stellen Geschichte der Ausbreitung des Menschen in Frage

Frühmenschlicher Schädelfund in Dmanissi | Copyright: Georgian National Museum, museum.ge

Dmanissi/ Georgien - In der archäologischen Ausgrabungsstätte Dmanissi in der Region Kwemo Kartlien im südlichen Georgien haben Forscher um Professor David Lordkipanidze vom Georgischen Nationalmuseum seit 1991 mittlerweile fünf, teilweise bestens erhaltenen Skelette von Frühmenschen gefunden. Ihr Alter von rund 1,8 Millionen Jahren könnte die Geschichte der Ausbreitung der Gattung Homo und der Menschwerdung auf den Kopf stellen.

Bislang gingen die meisten Anthropologen und Archäologen davon aus, dass die Wiege der Menschheit in Afrika zu finden sei. Die Funde von Dmanissi scheinen dieser Vorstellung zumindest teilweise zu widersprechen, zeigen sie doch, dass die noch primitiven Vorfahren des modernen Menschen den afrikanischen Kontinent bereits 800.000 Jahre früher als bislang angenommen verlassen haben und den ersten Schritt der modernen Menschwerdung auch in Eurasien vollzogen haben.

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Damit handelt es sich bei den Funden im südgeorgischen Bergland um die ältesten frühmenschlichen Knochenfunde außerhalb Afrikas. Erst hier im eurasischen Mittelland scheint sich, so eine mögliche Deutung der Funde, der moderne Mensch entwickelt zu haben, der dann erst später wieder nach Afrika zurückwanderte, um dann wiederum später erneut nach Europa und Asien zurückzukehren.

Auch wenn die Funde in Dmanissi auf eher primitive und kleine Frühmenschen von der Gattung Homo erectus hindeutet, so zeigen weitere Funde aus der gleichen Zeit, dass sie bereits einfache Steinwerkzeuge nutzten, Pflanzen sammelten und Tiere jagten und schlachteten.

Für Lordkipanidze, der seine Forschungsergebnisse auf dem britischen "Science Festival" in Surrey präsentiert hat, eröffnen die Funde vornehmlich zwei mögliche Szenarien: Zum einen könnte sich der Homo erectus zwar in Afrika entwickelt haben, sei dann aber nach Asien und Europa ausgewandert. Zum anderen könnten aber auch primitivere menschliche Vorfahren Afrika verlassen haben, und sich erst auf dem eurasischen Kontinent zum aufrechten Homo erectus weiterentwickelt haben. "Zweifelsohne liegt die Wiege der Menschheit auch weiterhin in Afrika. Aber wann und wo diese den Schritt zum modernen Menschen vollzogen hat, muss angesichts der Funde neu debattiert werden", so Lordkipanidze.

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