Dienstag, 1. September 2009

Ulmer Forscher finden Schutzmechanismus gegen das Altern

Instabile Stammzellen des Darms werden in alterndem Gewebe nicht entfernt und tragen zu einer schnelleren Gewebealterung bei. Im alternden Gewebe mit intakten p53 werden die Stammzellen zerstört (links, roter Kreis), während diese im Gewebe ohne p53 Protein erhalten bleiben (rechts, roter Kreis). | Copyright/Quelle: Yvonne Begus-Nahrmann, Lenhard Rudolp, mpg.de

Ulm/ Deutschland - Wissenschaftler der Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung und vom Institut für Molekulare Medizin an der Universität Ulm haben herausgefunden, dass das Protein p53 Gewebe und Organe vor dem Altern schützt, indem es geschädigte Stammzellen zerstört. Das Ziel dieser Forschung sei jedoch nicht, die Lebensdauer zu verlängern, sondern die Lebensqualität im Alter zu verbessern, so die Forscher.

Stammzellen kommen in fast allen Geweben und Organen des Menschen vor und sind auch im erwachsenen Organismus unerlässlich, damit sich Gewebe und Organe regenerieren können und funktionstüchtig bleiben.

Zunehmend gibt es jedoch Hinweise darauf, dass diese von sogenannten adulten Stammzellen ausgeführte Funktion im Alter nachlässt und dies zum Funktionsverlust der alternden Organe beiträgt. Das Protein p53, so haben die Forscher in Experimenten aufgezeigt, scheint jedoch nun in der Lage zu sein, Gewebe und Organe vor dem Altern zu schützen, indem es geschädigte Stammzellen zerstört.

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Mit Hilfe genetisch veränderter Mäuse untersuchten Wissenschaftler schon zuvor die Funktion von körpereigenen Proteinen, wenn etwa bei den Testmäusen das Gen für das entsprechende Eiweiß nicht funktionstüchtig ist. Schon anhand früherer Versuche war bekannt, dass Mäuse ohne p53 verstärkt Tumore ausbilden und frühzeitig sterben.

Aus diesem Grund haben Yvonne Begus-Nahrmann und Lenhard Rudolph von der Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung und vom Institut für Molekulare Medizin der Universität Ulm daher nun Mäuse analysiert, die nur im Darmgewebe kein p53 bilden können und die Ergebnisse diese Studie aktuell im Fachjournal "Nature Genetics" veröffentlicht.

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Laut dem Team um Begus-Nahrmann und Rudolph verlangsamt p53 das Altern von Gewebe, indem es gezielt Stammzellen mit schädlichen Mutationen zerstört. 
In Zellen mit instabiler Erbsubstanz (DNS) wird das Protein aktiviert und lässt diese absterben. Auf ganz ähnliche Weise könne, so die Pressemitteilung der Mack-Planck-Gesellschaft (mpg.de), das Eiweiß auch im Menschen die Entstehung von Tumoren verhindern. Fehlt p53 hingegen, können instabile Stammzellen überleben, das Gewebe schneller altern und die Organe früher versagen.

"Im Alter lässt die Funktion von p53 nach. Wenn es uns aber gelingt, Substanzen zu entwickeln, die die Aktivität von p53 wieder erhöhen und die Zahl instabiler Stammzellen verringern, können wir möglicherweise die Alterung von Geweben verzögern", sagt Rudolph. Medikamente, die körpereigene Stammzellen beeinflussen, könnten möglicherweise schneller entwickelt werden als Verfahren zur Transplantation von induziert pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). "Das Ziel ist es jedoch nicht, die Lebensdauer zu verlängern, sondern die Lebensqualität im Alter zu verbessern."

Quellen: mpg.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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