Freitag, 2. Oktober 2009

CoRoT-7b: Auf fernem Felsplanet regnet's Steine

Der felsige Exoplanet CoRoT-7b umkreist sein Zentralgestirn "CoRoT-7" auf einer sehr dichten Umlaufbahn (Illu.). | Copyright: L. Calcada / eso.org

St. Louis/ USA - Auf dem erst im vergangenen Februar entdeckten felsigen Exoplaneten CoRoT-7b (...wir berichteten) regnet es wahrscheinlich kleine Steine. Zu dieser Schlussfolgerung sind US-amerikanischen Wissenschaftler anhand einer Computersimulation der Atmosphäre des Planeten gelangt.

Der Planet ist fast doppelt so groß wie die Erde und besitzt das Fünffache ihrer Masse. Da er jedoch lediglich 2,5 Millionen Kilometer von seinem Zentralgestirn entfernt ist und seine Rotation an den Stern - ähnlich wie der Mond an die Erde - gebunden ist, er diesem also immer dieselbe Seite zuwendet, herrschen auf seiner Oberfläche extreme Temperaturunterschiede.

Während es auf der dunklen, dem Stern abgewandten Seite wahrscheinlich bis zu minus 200 Grad Celsius kalt werden kann, herrschen auf seiner "Sonnenseite" bis über 2000 Grad plus.

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Im Gegensatz zum deutlich milderen Erdklima, gibt es in der Atmosphäre von CoRoT-7b wahrscheinlich keine flüchtigen Gase wie Kohlenstoffdioxide, Wasserdampf oder Sauerstoff. Diese besteht stattdessen aus einer aus verdampfender Lava bestehenden Mixtur, die am ehesten als "verdampftes Gestein" bezeichnet werden könnte. Dieses, so berichten die Forscher um Laura Schaefer und Bruce Fegley von der Washington University in St. Louis, kühle sich, ähnlich wie der Wasserdampf des irdischen Flüssigkeitskreislaufs, in höheren und damit auch kühleren Atmosphärenschichten ab, bilde regelrechte "Gesteinswolken" und könne auch in Form kleiner Kiesel wieder in die Lava-Seen auf der Oberfläche abregnen.

"Natrium, Kalium, Siliziummonoxid und Sauerstoff machen den Hauptteil der Atmosphäre von CoRoT-7b aus", vermuten die Forscher anhand ihrer Modellberechnungen. Hinzu gebe es auch kleinere Mengen anderer Elemente, etwa Magnesium, Aluminium und Kalzium, wie man sie auch in Silikatgestein findet. Entsprechend dürfte es auf dem Exoplaneten Kiesel auf Enstantit, Amaryl, Spinell und Wollastonit regnen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "The Astrophysical Journal" publiziert

Während die meisten Komponenten ausregnen, haben Natrium und Kalium einen relativ niedrigen Siedepunkt und verbleiben wahrscheinlich in der Atmosphäre, wo sie gewaltige hoch aufsteigende Gaswolken bilden die vom Sonnenwind von CoRoT-7 über den Planeten getrieben werden und wahrscheinlich auch mit irdischen Teleskopen ausgemacht werden könnten, da etwa das Natrium im orangefarbenen Lichtspektrum leuchten sollte, wie eine weit entfernte gigantische Straßenlaterne.

Erst kürzlich hatten andere Forscher auch in den Atmosphären zweier weiterer Exoplaneten Natrium nachweisen können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wustl.edu


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