Donnerstag, 8. Oktober 2009

Feuchter Mond: Neue kontroverse Theorie über den Ursprung des Mondwassers

Mondoberfläche (l.) und Spuren von Wasser (blau) im infraroten Wellenspektrum (r.) | Copyright: ISRO/NASA/JPL-Caltech/USGS/BrownUniv.

New York/ USA - Jahrzehnte lang galt die Mondoberfläche als staubtrocken, bis kürzlich Analysen unterschiedlicher Sonden das Gegenteil und Wasser in nicht unwesentlichen Mengen im Mondboden nachweisen konnten (...wir berichteten). In der Diskussion über die Frage, woher dieses Mondwasser kommt ist nun erneut Bewegung geraten, wenn ein US-Forscher glaubt, dass Wasser könne sogar aus dem Innern des Erdtrabanten austreten.

Wie "Space.com" berichtet, glaubt der Astrophysiker Arlin Crotts von der Columbia University nicht, dass das im Mondboden gefundenen Wasser durch eine Reaktion
der Sauerstoffatome im Mondboden mit dem Sonnenwind entsteht, wenn diese die Wasserstoffkerne des Sonnenwindes erlangen und dadurch Wassermoleküle (H2O) und einfache Hydroxyl-Moleküle (OH) entstehen lassen. Eine andere Theorie vermutet, dass die Wasserspuren durch Kometeneinschläge auf den Mond gelangt seien.

Stattdessen hypothetisierte Crotts schon lange vor der Bekanntgabe der sensationellen Entdeckung von oberflächigem Mondwasser über die Möglichkeit, dass es im Innern des Mondes Wasser gibt und stützt seine Hypothese auf frühere Entdeckungen von wasserhaltigen Mineralien, wie sie im Innern des Mondes gefunden wurden (...wir berichteten). Gemeinsam mit anderen Gasen aus dem Mondinnern trete dieses Wasser in gasförmigem Zustand durch Spalten und Risse an die Oberfläche, wo es im kalten Mondboden kondensiert und gebunden wird. Basierend auf seiner Hypothese war es denn auch Crotts, der die aktuellen Funde schon im Voraus vorhergesagt hatte. Eine wissenschaftliche Publikation zu seinen Analysen liegt derzeit einem Fachmagazinen vor.

"Wir wissen, dass es im Innern des Mondes Wasser gibt", erläutert Crotts gegenüber "Space.com". "Es gibt also auch keinen Grund, warum dieses Wasser nicht auch an die Oberfläche gelangen könnte."

Andere Astronomen zeigen sich angesichts dieser Hypothese noch verhalten bis skeptisch, fanden die Forscher 2008 in den Mondmineralien "nur" zwischen 260 und 745 Wasserteilchen pro Million (ppm) in den Mondproben - zu wenig, so Crotts Kritiker, um die nun gemessenen Wassermengen im Mondboden erklären zu können. Crotts selbst glaubt hingegen, dass die Mengen unterirdisches Mondwasser durchaus ausreichen um die Daten der Sonden erklären zu können.

Doch gerade Crotts Kritiker ziehen sich aktuell teilweise auf eine Argumentation zurück, wie sie gerade erst angesichts des gefunden Mondwassers ad absurdum geführt wurde und erklären, dass man davon ausgehe, dass "das Innere des Mondes sehr trocken sei."

Nun warten nicht nur Crotts sondern auch seine Kritiker auf die ordentliche Publikation seiner Arbeit, um sie ausführlich diskutieren zu können. Letztendlich werden jedoch nur zukünftige Missionen zur Mondoberfläche die Frage nach dem Woher des Mondwassers eindeutig klären können.

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Quellen. space.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

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