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Mittwoch, 21. Oktober 2009

Licht- und Umweltverschmutzung könnte außerirdische Zivilisationen verraten

Lichtverschmutzung: Die Erde bei Nacht (Kollage) | Copyright: NASA/GSFC/Craig Mayhew and Robert Simmon

Meudon/ Frankreich - Französische Forscher vermuten, dass intelligentes außerirdisches Leben sich schon lange nicht mehr durch Radiosignale, sondern vielmehr durch seine Licht- und Umweltverschmutzung des Heimatplaneten verraten könnte. Damit eröffnen sich gänzlich neue Ansätze für die Suche nach außerirdischer Intelligenz.

Auf der Suche nach intelligentem Leben auf der Erde könnten außerirdische Radioastronomen schon in absehbarer Zeit ins Leere lauschen, werden - im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - heutzutage die meisten Radio- und Fernsehsignale doch nicht mehr über Antennen hinaus, sondern durch Satelliten Richtung Boden oder durch Kabel übertragen. Schon bald also werden sich die Alien-Astronomen nach anderen Merkmalen für intelligentes Leben auf dem Blauen Planeten umsehen müssen.

Diese Merkmale könnten sie in den Emissionen unserer industrialisierten Kultur etwa anhand von Licht- und Umweltverschmutzung finden. Besonders die intensive Beleuchtung von Städten und Ballungsräumen könnte - entsprechende Beobachtungstechnologien vorausgesetzt - selbst von interstellaren Beobachtern erkannt und als Hinweis auch eine technologisch entwickelte Zivilisation gedeutet werden.

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Das Team um Jean Schneider von der Außenstelle des "Observatoire de Paris" in Meudon veröffentlicht entsprechende Überlegungen aktuell im Fachmagazin "Astrobiology". Basierend auf ihren Ergebnissen schlagen die Wissenschaftler vor, nach ähnlichem künstlichen Nachtleuchten auch auf fremden Planeten zu suchen.

Allerdings ist eine solche Suche nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass selbst für den Fall, dass alle produzierte Elektrizität zur Lichterzeugung genutzt werden würde, dieses Licht noch um das Tausendfache schwächer wäre, als die natürliche Reflexion von Sonnenlicht auf der Oberfläche einer potentiellen technologisch-intelligent bevölkerten zweiten Erde.

Schneider und sein Team haben errechnet, dass selbst im Idealfall nach dem derzeitigen irdischen Technologiestand eine Teleskopanlage benötigt werden würde, deren gesamte lichtsammelnde Fläche 1,5 Quadratkilometer beanspruchen müsste.

Doch alleine wir Menschen hinterlassen auf der Erde neben dem Licht auch noch andere, potentiell als deutliche Zeichen für intelligentes oder besser gesagt industriell-technologisches Leben, deutbare Spuren, wie sie auch aus der Ferne beobachtet werden können.

Treibhausgase (bspw. Fluorchlorkohlenwasserstoffe, FCKW) absorbieren beispielsweise sehr stark infrarotes Licht in charakteristischen Wellenlängen und könnten so ab bestimmten Konzentrationen in Atmosphären auch von außen nachgewiesen werden. Da sie nicht natürlich vorkommen, wäre der Nachweis solcher Gase in der Atmosphäre eines fernen Exoplaneten also ein relativ eindeutiger Hinweis auf eine zumindest industriell-technologisch entwickelte Zivilisation.

Für eine solche Spektralanalyse müsste die derzeitige Teleskoptechnologie jedoch noch weiterhin verfeinert werden. "Die Suche nach FCKW-Gasen in exoplanetaren Atmosphären ist eine interessante Idee, um dort nach fortgeschrittenen Zivilisationen zu suchen", bestätigt auch Lisa Kaltenegger von der Harvard University gegenüber dem "New Scientist". Doch selbst die geplanten Superteleskope "Terrestrial Planet Finder" der NASA oder die Darwin-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA wären dieser Aufgabe noch nicht gewachsen. Notwendig wäre laut der Astronomin eine ganze Flotte von im Weltraum stationierten ultrasensitiven Infrarot-Teleskopen.

Eine Garantie dafür, dass eine intelligente Zivilisation jedoch automatisch auch Treibhausgase freisetzt, gibt es allerdings nicht und nicht nur Kaltenegger fragt sich, ob gerade intelligente Zivilisationen tatsächlich die gleichen Fehler machen würden wie wir. Neben FCKW-Gasen gibt es jedoch auch noch andere und weniger schädliche Nebenprodukte intelligenter Zivilisationen, die mittels ihrer Emissionslinien spektral nachgewiesen werden könnten - sofern die notwendigen Teleskope für eine solche Suche zur Verfügung stünden.

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