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Freitag, 16. Oktober 2009

NASA-Sonde erstellt erste genaue Karte des Sonnensystems innerhalb der Milchstraße

Die neue Karte der Heliosphäre | Copyright: NASA/Goddard Space Flight Center

Greenbelt/ USA - Die NASA-Sonde IBEX hat die erste umfassende Karte unseres Sonnensystems und seiner Grenzregionen zu der uns umgebenden Heimatgalaxie der Milchstraße erstellt. Anhand der neuen Daten offenbart sich ein gänzlich neues Bild unseres Sonnensystems im Bezug zur Milchstraße. Besonders das neue Bild des Grenzbereichs führt dazu, dass nahezu alle bisherigen theoretischen Modelle überarbeitet werden müssen.

Sechs Artikel im Fachmagazin "Science" erläutern aktuell die Daten der NASA-Sonde "Interstellar Boundary Explorer" (IBEX), mit dem die Grenze zwischen Sonnensystem und dem interstellaren Raum nicht vor Ort, sondern aus einer Erdumlaufbahn heraus analysiert werden kann. Bislang haben lediglich die beiden Voyager-Sonden die immense Entfernung von rund 100 Astronomischen Einheiten (AE), also rund 14.959.787.000 Kilometern, hinter sich gelassen und befinden sich nach 32 Jahren Reisedauer derzeit am Rande unseres Sonnensystems.

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In dieser interstellaren Grenzschicht, der sogenannten Heliosphäre, die das Innere des Sonnensystems vor der schädlichen kosmischen Strahlung aus dem interstellaren Raum schützt, entstehen beim Aufeinandertreffen des heißen Sonnenwindes mit der kalten interstellaren Materie aus Staub und Gasen energetisch neutrale Atome, die sich - einem hellen Band gleich - durch die Grenzschicht ziehen, jedoch mit herkömmlichen optischen Teleskopen nicht zu sehen ist. Auch die Voyager-Sonden haben dieses wichtige Merkmal regelrecht übersehen. Durch die Abbildung dieser Partikel ist es den IBEX-Forschern über sechs Monate hinweg nun gelungen, diese Grenzschicht zu kartografieren.

Animation illustriert die neuen IBEX-Daten


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


Angesichts dieser neuen Daten offenbart sich ein gänzlich neues physikalisches Bild vom Rande unseres Sonnensystems. "Zum ersten stecken wir unseren Kopf durch die Heliosphäre hinaus und beginnen, unseren Platz in der Galaxie wirklich zu verstehen. (...) Die IBEX-Ergebnisse sind wirklich faszinierend, da schon das dichte Band in keinem der bislang gängigen theoretischen Modelle dieser Region vorkommt“, kommentiert David J. McComas, wissenschaftlicher Leiter der IBEX-Mission und Forscher am Southwest Research Institute in San Antonio, die IBEX-Ergebnisse.

Grund für die Diskrepanz zwischen den bisherigen Modellen und den nun gemessenen Daten ist er Umstand, dass erstere lediglich auf Computerberechnungen und theoretischen Annahmen basierten. Nun müssen die Wissenschaftler ihre bisherigen Vorstellungen vom Rande des Sonnensystems massiv revidieren. Anhand der neuen Karten kann zudem auch erstmals das Magnetfeld der interstellaren Materie erkannt werden, dessen Stärke und Ausrichtung nun genauere Computermodelle erlaubt, über dessen Ursprung die Wissenschaft jedoch bislang nur spekulieren kann.

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Quellen: grenzwissenschaft.aktuell.de / nasa.gov
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