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Donnerstag, 26. November 2009

NASA: Sonnen-Tsunamis gibt es wirklich

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Ein Sonnentsunami, beobachtet aus den beiden Positionen der STEREO-Sonden. Der graue Teil der Animation wurde kontrastverstärkt | Copyright: NASA

Greenbelt/ USA - Als 1997 Sonnenforscher gewaltige Wellen aus heißem Plasma über die Sonnenoberfläche rasen sahen, wollten sie ihren Augen nicht glauben - waren die Ausmaße dieser Phänomene doch schlichtweg zu gigantisch. Kritische Forscher glaubten gar, dass es sich lediglich um ein Spiel aus Licht und Schatten oder eine sonstige Illusion, nicht aber um eine wirkliche Welle, gehandelt haben musste. Nun haben neue Beobachtungen mit dem Sonnenobservatorium STEREO die Existenz der solaren Monsterwellen bestätigt.

"Jetzt wissen wir, dass solare Tsunamis real sind", erklärt der Sonnenforscher Joe Gurman vom "Solar Physics Lab" am "Goddard Space Flight Center". Bestätigt wurden die bis dahin umstrittenen Tsunamis auf der Sonnenoberfläche von den Zwillingssonden der STEREO-Mission im vergangenen Februar, als der Sonnenfleck 11012 völlig unerwartet erschien, zu einem koronalen Massenauswurf von mehreren Millionen Tonnen Gas führte und einen gewaltigen Tsunami über die Sonnenscheibe schickte.

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"Hierbei handelte es sich zweifelsfrei um eine Welle", bestätigt auch Spiros Patsourakos von der "George Mason University", der die Auswertung der Beobachtungen gemeinsam mit seinen Kollegen im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht hat. "Natürlich keine Welle im Wasser, aber eine gigantische Welle aus heißem Plasma und Magnetismus."

Sonnentsunamis werden technischen als "fast-mode magnetohydrodynamical wave", kurz MHD-Welle, bezeichnet. Die von den STEREO-Sonden beobachte Welle erlangte eine Höhe von 100.000 Kilometer, eine Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Sekunde und ein Energiepotential von 2400 Megatonnen TNT.

Laut Aussagend er Wissenschaftler stellen solare Tsunamis keine Gefahr für die Erde dar. Dennoch sei es wichtig, diese Phänomene zu erforschen. "Durch die Analyse der Monsterwellen können wir mehr über den Zustand der Sonne und über ihre tieferen Atmosphärenschichten erfahren. Diese Daten offenbaren sich uns nur auf diesem Wege."

Anhand der Beobachtungen erhoffen sich die Wissenschaftler das sogenannte Weltraumwetter genauer vorhersagen zu können. "Wie eine Zielscheibe so markieren die MHD-Wellen, den Ort, von wo aus sich Sonneneruptionen ereignen. Wenn wir in der Lage sind, die Ausbruchsstelle vorherzusagen, können wir auch vorhersehen, ob und wann ein koronaler Massenauswurf oder ein Sonnenwindsturm die Erde erreichen wird", erläutert der Mitautor der Studie Angelos Vourlidas vom "Naval Research Lab" in Washington DC.

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