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Mittwoch, 18. November 2009

NASA testet Weltraumstrahlung an Primaten

Archiv: NASA-Testaffe Sam nach einem Flug in einem Testraumschiff 1959 | Copyright: NASA

Washington/ USA - Mit Fördergeldern in Höhe von 1,75 Millionen US-Dollar unterstützt die US-Raumfahrtbehörde NASA ein Projekt, das 18 Totenkopfäffchen simulierter Strahlung aussetzt, wie sie im Weltraum auf Astronauten wirken würde. Die Forscher wollen damit überprüfen, wie sich die Strahlung auf das zentrale Nervensystem von Primaten auswirkt.

Wie der "New Scientist" berichtet, handelt es sich bei den Experimenten um die ersten an Primaten durchgeführten Tierversuche zum Zwecke der Weltraumforschung seit rund 30 Jahren.

Durchgeführt werden sollen die Tests am McLean Hospital der Harvard Medical School in Belmont im US-Bundesstaat Massachusetts. In den Versuchen werden die Äffchen einer einzigen Strahlendosis ausgesetzt, wie sie der Gesamtstrahlendosis entspricht, der Astronauten auf einer dreijährigen Reise zum Mars ausgesetzt wären. Zuvor und nach der Verabreichung werden die Tiere unterschiedlichen Test unterzogen, um die Auswirkungen der Strahlung zu überprüfen.Gezielt wollen die Forscher die Auswirkungen von Sonneneruptionen, galaktischer und kosmischer Strahlung untersuchen, wie sie auf zukünftige Astronauten ab jenem Zeitpunkt massiv einwirken, nachdem sie die schützende Magnetosphäre der Erde verlassen haben.

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Schon in den 1970er Jahren führte die NASA gemeinsam mit der US Air Force Versuche an Primaten durch, um die Auswirkung von Weltraumstrahlung zu testen. Später dann wurden die Tests computerisiert oder unter milderen Umständen an Astronauten selbst durchgeführt, wenn etwa die Hirnaktivität von Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation ISS vermessen wurde.

Neurologische Auswirkungen der Strahlung wurden bislang jedoch nur in Experimenten mit Nagetieren durchgeführt. Diese Experimente zeigten, dass Strahlung das Lern- und Erinnerungsvermögen der Tiere beeinträchtigte. So hatten beispielsweise Ratten nach der Bestrahlung größere Probleme durch Labyrinthe zu navigieren und zeigten weniger Interesse an neuen Objekten. Auch war es für die Tiere fortan auffallend schwieriger zu begreifen, dass sie einen Hebel drücken mussten, um an Futter zu gelangen. Zudem zeigten die Tiere in Stresssituationen deutlichere Angstsymptome.

Der Grund für die eintretenden Schäden ist immer noch nur wenig verstanden. Die simulierte Strahlung ist jedoch dafür bekannt, dass sie hoch reaktive sauerstoffhaltige Moleküle im Körper freisetzt, wie sie auch im Verdacht stehen für Alterungsprozesse verantwortlich zu sein.

Der Grund für die neuen Tierversuche im Auftrag der NASA liegt in dem Umstand, dass die Forscher in den Strahlungsdosen eine potentielle Quelle für sich während einer Langzeit-Weltraumreise abzeichnende kognitive Defizite bei den Astronauten sein könnten. Um diese Risiken besser zu verstehen, müssten die Tests von den Experimenten an Nagetieren auf Primaten übertragen werden um genaue Vorhersagen darüber machen zu können, wie sich die Strahlung im freien Weltraum auf Menschen auswirkt und wie sich diese Auswirkungen minimieren oder gar vermeiden lassen. Wann genau die Experimente beginnen sollen, steht bislang noch nicht fest.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com / nasa.gov
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